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Testosteron-Obergrenze bleibt Semenya blitzt vor dem TAS ab

Der Internationale Sportgerichtshof hat die Klage von Läuferin Caster Semenya gegen eine «Testosteron-Regel» abgewiesen.

Das Urteil

Der Internationale Sportgerichtshof TAS hat am Mittwoch sein Urteil im Fall Caster Semenya gefällt. Die 28-jährige Südafrikanerin hatte in Lausanne gegen die Regel eines Testosteron-Limits des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF) geklagt. Diese sieht vor, dass Läuferinnen auf Distanzen von 400 m bis eine Meile einen Grenzwert von 5 Nanomol pro Liter einhalten. Die Klage von Semenya gegen diese Vorgabe wurde nun abgewiesen.

Die Begründung

Die IAAF-Regel sei zwar diskriminierend, teilte der TAS mit. Aber die Mehrheit des Gremiums befand sie auf Grundlage der von allen Parteien eingereichten Unterlagen auch «als notwendiges, vernünftiges und angemessenes Mittel». So könne das Ziel des Weltverbandes erreicht werden, die Integrität weiblicher Athleten in den fraglichen Wettbewerben aufrecht zu erhalten.

Die Folgen für Betroffene

Das TAS-Urteil bedeutet, dass Semenya und andere betroffene Athletinnen eine von der IAAF 2018 eingeführte Testosteron-Obergrenze einhalten müssen. Um weiterhin an Wettkämpfen starten zu dürfen, muss die Südafrikanerin ihren Testosteron-Spiegel dauerhaft mittels Medikamente drosseln.

Semenyas erste Reaktion auf das Urteil

Die Vorgeschichte

Seit 2009 steht 800-m-Läuferin Semenya im Mittelpunkt einer Debatte über Hyperandrogenismus und Intersexualität. Frauen, die wie Semenya höhere Testosteron-Werte aufweisen, sollen diesen durch die Einnahme von Hormonpräparaten dauerhaft senken. Für die IAAF ist dies eine Massnahme, den fairen Wettbewerb zu garantieren.

Semenya erachtete dies jedoch als Akt der Diskriminierung ihrer Weiblichkeit und klagte gegen die Regel. Sie hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, sie wolle nur so rennen, wie sie geboren wurde – als Frau und ohne die Einnahme von hormonellen Gegenmitteln.

Wie geht es weiter?

Nach dem Urteil des TAS, das als Überraschung gilt, hat Semenya nun noch die Möglichkeit, innerhalb von 30 Tagen Einspruch beim Schweizer Bundesgericht einzulegen. Auch der Gang vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ist denkbar.

Die Regelungen der IAAF werden am 8. Mai in Kraft treten. Sportlerinnen, die vor oder ab diesem Tag die Grenzwerte einhalten, seien bei der in knapp fünf Monaten stattfindenden WM in Doha (27. September bis 6. Oktober) startberechtigt, teilte der Weltverband mit.

Video
SRF-Diskussionsrunde: «Wie männlich darf eine Frau sein?»
Aus sportpanorama plus vom 24.03.2019.
abspielen

Sendebezug: Radio SRF 1, Bulletin von 12:30 Uhr, 01.05.2019

54 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Gasser  (allesrotscher)
    @urszli: Die veralteten Vorstellungen von Mann und Frau sind über Jahrtausende gewachsen und von der Wissenschaft bestätigt !! Nun wollen Sie so schnell mal die Welt
    neu erklären, nur weil sie nicht in der Lage sind das was nicht der Norm entspricht als bestehend zu akzeptieren. Die Natur ist nun mal nicht vollkommen und Fehler kommen vor. Dies Anzuerkennen ist die Herausforderung. "Ausnahmen bestätigen die Regel".
    Aber: Ausnahme bleibt Ausnahme und Regel bleibt Regel, bitte.
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  • Kommentar von Avi Girschweiler  (Avi Girschweiler)
    Zu sagen, dass Caster Semenya biologisch ganz klar ein Mann ist, ist falsch. SRF betont immer wieder, dass sie intersex ist. Das bedeutet, dass ihr Geschlecht nicht eindeutig ist. Von ihr dann als Mann zu sprechen und ihr männliche Pronomen zu geben ist eine respektlose Unterstellung (was eigentlich gegen die Netiquette verstösst...) , ganz unabhängig von der ganzen Rechtslage. Dieser Fall ist - wie bei SRF mehrmals erwähnt - hochkomplex. Wir können froh sein, dass wir nicht entscheiden müssen.
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  • Kommentar von Roger Gasser  (allesrotscher)
    Ja, diese sogenannte Expertin im Echo der Zeit hat wirklich null Ahnung von Anatomie bzw. Biologie. Jeder 2. Satz beginnt mit "ich glaube..." !! Was sie glaubt sollte wirklich niemand so ernst nehmen. Sie nimmt sich selbst zu ernst und sollte ihre Glaubensbekenntnisse besser mal mit wissenschaftlichen Erkenntnissen vergleichen.
    Es reicht nun mal nicht aus eine Vagina zu haben um wirklich Frau zu sein !! Dazu braucht es auch Eierstöcke und Gebärmutter, beides Caster Semenya nicht!!
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    1. Antwort von Martin Meier  (M.Meier)
      @Gasser: Richtig. Die Expertin ist Sportsoziologin, mit Forschungsschwerpunkt Geschlechterforschung (aus soziologischer Sicht). Sprich, sie will uns also aus soziologischer Sicht die Biologie erklären, Das führt dann zu solchen Interviews, welche ein Hohn für jede Atlethin sein muss, die gegen eine klar intersexuelle Person antreten muss, und keine Chance hat.
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