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SRF-Experte zu Lugano-ZSC Weibel: «Können uns auf einen vorentscheidenden Match freuen»

Lars Weibel
Legende: Lars Weibel SRF

SRF Sport: Lars Weibel, blicken wir kurz auf Final-Spiel 2 vom Samstag zurück.

Lars Weibel: Es war ein anderes Drehbuch als in der 1. Partie. 8 Tore in 60 Minuten sprechen nicht für eine disziplinierte defensive Einstellung. Weil vermehrt Emotionen reinkommen, werden Details weniger gut ausgeführt. Die Emotionen werden sich nun von Spiel zu Spiel steigern.

Erfolg ist immer mehr eine Frage des Führungsstils
Autor: Lars Weibel

Was haben Sie bei den Teams beobachtet?

Die Luganesi haben einen unglaublichen Willen. Sie finden immer eine Szene oder ein Momentum, um das Spiel an sich zu reissen. Aber die ZSC Lions strotzen nun mal vor Selbstvertrauen. Das Spiel hätte auf beide Seiten kippen können. So spät in einer Overtime kannst du ein Spiel nicht mit Taktik entscheiden, sondern mit unbändigem Zweikampfwillen und einem Lucky Punch. Alleine Wicks Schuss machte am Schluss den Unterschied.

Legende: Video Der entscheidende Treffer von Roman Wick abspielen. Laufzeit 00:27 Minuten.
Aus sportlive vom 14.04.2018.

Mit Drew Shore erzielte ausgerechnet ein Rückkehrer ein wichtiges Tor.

Er zeigte tatsächlich einen sehr guten Match, ohne dass man das Gefühl hatte, er wolle eine Duftnote setzen. Vielmehr war er extrem mannschaftsdienlich. Es ist überhaupt spannend, dass viele zuvor blasse Spieler unter Hans Kossmann aufblühen. Der «alte» Flüeler kommt wieder hervor. Dasselbe gilt für die Ausländer-Positionen. Ich bin davon überzeugt: Erfolg im Eishockey ist immer weniger eine Frage der Taktik, sondern eine Frage des Führungsstils. Das macht Kossmann gut, sein Gegenüber Greg Ireland übrigens auch.

Merzlikins ist vom Potenzial her der beste Keeper der Liga
Autor: Lars Weibel

Ein kurzes Wort zu den Leistungen der Keeper.

Elvis Merzlikins hat eine etwas durchzogene Partie abgeliefert. Das wichtige 4. Gegentor muss man als Fehler abstempeln. Er macht Big Saves und ist vom Potenzial her der stärkste Keeper der Liga. Aber Lukas Flüeler zeichnet sich durch Konstanz und eine sehr tiefe Fehlerquote aus.

Legende: Video Merzlikins' Fehler beim 4:3 abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus sportlive vom 15.04.2018.

Nun liegt Lugano mit 0:2 zurück, wie schon im Halbfinal.

Genau das wird ihre Einstellung sein. Sie sagen sich: «Wir konnten schon mal ein 0:2 drehen. Wir müssen jetzt das Heimspiel gewinnen, ein Break ist jederzeit möglich, dann sind wir zurück.» Aus Sicht von Zürich wäre das 3:0 die halbe Miete. Ich sage immer: Spiel 3 und Spiel 5 in einer Serie sind entscheidende Partien. Wir können uns darauf freuen.

Wie dreht man eine Serie konkret?

Ob man's glaubt oder nicht: Mit dem, was in den Medien immer als Floskeln belächelt wird. Dagegenhalten, Einsatz für Einsatz, Drittel für Drittel nehmen, die ganze Energie und den ganzen Fokus auf den Moment legen, sich nicht von Nebenschauplätzen ablenken lassen.

Wie sieht es so spät in der Saison mit dem Kräftehaushalt aus?

Kräfte sind sehr entscheidend. Bei diesen beiden formstarken Teams nicht grundsätzlich. Aber wer in Spiel 1 oder 2 eine Linie forciert, zahlt später in der Serie den Preis dafür. Die ZSC Lions haben ihre Kräfte bisher sauber verteilt. Bei Lugano gibt's die Tendenz, auf eine bewährte Linie zurückzugreifen. Also leichter Vorteil für die Zürcher.

Live-Hinweis

Spiel 3 der Playoff-Finalserie zwischen Lugano und den ZSC Lions können Sie am Montag ab 20 Uhr auf SRF zwei und in der Sport App verfolgen.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 14.4.18, 20:00 Uhr

2 Kommentare

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  • Kommentar von Alfred Signer (Giacobbo)
    Im Gegensatz zum Samstag müsste der Z heute ein von disziplinierter Taktik geprägtes Spiel abliefern. 60’ solid verteidigen und immer wieder Nadelstiche in Form von überfallartigen Gegenattacken setzen. Weiter wichtig: keine Geschenke an den Gegner, und möglichst keine Strafen nehmen! Go ZSC! We are the Champions!
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  • Kommentar von Silvia Wimmer (silvia wimmer)
    Hoffentlich werden die Lions nach Biel den Luganesi nicht auch noch Geschenke machen. Der Verlauf der Halbfinals sollte sie gewarnt haben. Gut fürs Schweizer Hockey wärs nämlich nicht, Spieler vom Schlag eines Lapierre mit dem Pokal in Händen ansehen zu müssen.
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