100 Jahre Südtirol in Italien - hart erkämpfte Autonomie

  • Montag, 21. Oktober 2019, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 21. Oktober 2019, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 21. Oktober 2019, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Südtirol verzeichnet in diesem Herbst seinen 100. Geburtstag, doch eigentlich gefeiert wird das historische Datum nicht, zu belastet ist die wechselvolle Geschichte der heute weitgehend autonomen Region.

Nach dem 1. Weltkrieg, im Herbst 1919, wurde Südtirol mit der Unterzeichnung des Vertrags von St. Germain dem italienischen Staat zugeschlagen - ein Vertrag mit dramatischen Folgen. Wir fragen, wie sich diese Region entwickelt hat, die im Laufe des 20. Jahrhunderts zwischen europäischen Machtinteressen, zwischen Österreich, dem Deutschen Reich und Italien zerrissen wurde.

Kontext zeigt auf, wie die Region es trotzdem geschafft hat, sich mit einer weitgehenden Autonomie zu behaupten.

Beiträge

  • Zwischen Spaghetti und Knödel

    Seit 100 Jahren gehört Südtirol zu Italien. Nach dem Ersten Weltkrieg im September 1919 schlugen die Siegermächte Südtirol, das bisher zum Habsburgerreich gehört hatte, Italien zu. Die deutschsprachige Bevölkerung in Südtirol wurde über Nacht zur sprachlichen Minderheit in Italien.

    Die Forderung, nach Österreich zurückzukehren, ist nie ganz verstummt, auch wenn sich Südtirol als weitgehend autonome Provinz mittlerweile gut in Italien eingerichtet hat. Ein Rundgang und Stimmen aus der Provinzhauptstadt Bozen.

    Franco Battel

  • Ausgeklügelte Autonomie

    In Südtirol gibt es italienisch-, ladinisch- und deutschsprachige Schulen. Wer sich im Bozener Krankenhaus als Ärztin oder Arzt bewirbt, muss eine Zweisprachigkeitsprüfung ablegen.

    Die sprachlich-ethnische Zugehörigkeit ist bis heute ein Kriterium, auch wenn sich die Region mittlerweile eine weitgehende politische Autonomie angeeignet hat. Wie Südtirol das geschafft hat, zeigt die Historikerin Siglinde Clementi vom Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte an der Universität in Bozen auf.

    Sabine Bitter

  • Dramatische Familiengeschichte

    Francesca Melandri ist eine vielgelesene, erfolgreiche Schriftstellerin aus Rom. Sie lebte während vielen Jahren mit ihrer Familie in Südtirol.

    In ihrem Roman «Eva schläft», eine Liebesgeschichte, beschreibt sie das wechselvolle Verhältnis der Sprachgruppen zueinander. Gerda, die Südtiroler Köchin, verliebt sich in Vito, den Carabiniere aus Kalabrien. Eine schöne und trotzdem unglückliche Geschichte, die viel über die jüngste Vergangenheit Südtirols erzählt.

    SRF-Italien-Korrespondent Franco Battel hat die Autorin in Rom getroffen.

    Franco Battel

Autor/in: Franco Battel und Sabine Bitter, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: und Produktion: Sabine Bitter