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«Halluzinogene Drogen halfen mir, meine Depression zu überwinden»
Aus Rehmann vom 11.05.2020.
abspielen. Laufzeit 47:42 Minuten.
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Rehmann «Halluzinogene Drogen halfen mir, meine Depression zu überwinden»

Daniel (44) aus Zürich leidet an Depressionen, Angstzuständen und Panikattacken. Medikamente spielen dabei eine zentrale Rolle. Oft helfen sie nicht wie erhofft und stürzen Daniel in ein noch tieferes Loch. Dank anderen Methoden wie Iboga und Ayahuasca hat er die Ausbrüche heute im Griff.

1996 steht Daniel gerade vor seinen Maturaprüfungen. Obwohl Vorträge vor der Klasse vorher nie ein Problem für ihn sind, bekommt Daniel in solchen Situationen plötzlich Angst, Schweissausbrüche und Übelkeitsgefühle. Die mündliche Matura wird so zum Horrortrip. «Mir war es zu dieser Zeit nicht bewusst, dass es sich um Panikattacken handelte», sagt Daniel heute. Er erkannte das Krankheitsbild nicht.

Panikattacken ohne zu wissen woher

Ich weiss nicht, ob der gelegentliche MDMA-Konsum oder ein Akne-Medikament eine Rolle für meine damals instabile Psyche spielten.

Die Panikattacken werden nicht eruiert, bis heute weiss Daniel den genauen Grund dafür nicht. Dennoch werden die Angstzustände durch Dinge wie Nervosität oder Getränke wie Kaffee oder Alkohol getriggert. «Ich weiss nicht, ob auch andere Faktoren wie der gelegentliche MDMA-Konsum oder das Akne-Medikament «Roaccutan» eine Rolle für meine damals instabile Psyche spielten.»

Plötzlich hatte ich gar keinen Appetit mehr, und konnte nichts mehr essen.

Die ersten Medikamente helfen Daniel gegen seine Motivationslosigkeit und die Depressionen. Doch als 2010 sein Vater stirbt, fällt Daniel erneut in ein Loch. Er bekommt vom Psychiater ein Medikament verschrieben, dass er danach nicht mehr absetzten kann.

«Plötzlich hatte ich gar keinen Appetit mehr, und konnte nichts mehr essen», berichtet Daniel von seinen Versuchen, das Medikament abzusetzen. Die Folge davon ist eine Gewichtsabnahme von zehn Kilo in drei Monaten führt. Auch Schlafen kann er ohne das Medikament nicht mehr. Als Unterstützung wird ihm wiederum ein anderes Medikament verschrieben.

Ferien und Drogentrips als Hilfe

Im Jahr 2017 durchlebt Daniel die nächste depressive Phase. Es beginnt mit körperlichen Beschwerden wie taube Finger. Die Ärzte sind überfordert und verschreiben Daniel wieder Medikamente.

Was Daniel schlussendlich hilft, ist eine Auszeit, Ferien und ein Iboga-Trip. Seine Gedanken sind nach dem Erlebnis wieder geordnet, und er hat seither eine gewisse Klarheit im Kopf. Auch eine Ayahuasca-Erfahrung hat Daniel positiv geprägt.

S.O.S. – Sick of Silence

S.O.S. – Sick of Silence

Wie sieht das Leben junger Menschen aus, nachdem es durch eine chronische Krankheit ausgebremst wurde? Robin Rehmann leidet selbst an einer chronischen Krankheit und unterhält sich in seiner Sendung mit Betroffenen.

Jeden Dienstag, 18-19 Uhr bei SRF Virus oder hier als Podcast.

Aus seiner heutigen Perspektive ist für Daniel klar, dass Iboga und Ayahuasca ihm mehr helfen konnten als die Medikamente, die ihm verschrieben wurden. Heute wird er nicht mehr von Depressionen und Angstzuständen geplagt und plant ein Tourismusprojekt in Costa Rica.

Iboga und Ayahuasca

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Iboga

Iboga bzw. Ibogain wird aus dem westafrikanischen Strauch Tabernanthe iboga gewonnen und wirkt psychoaktiv und halluzinogen. Seit den 80er-Jahren wird der Stoff vor allem für Drogenentzüge, aber auch Schmerzmanagement oder als Begleitung in der Psychotherapie verwendet. Das jedoch nur in den USA. Bei uns gilt Iboga als Betäubungsmittel und ist verboten.

Ayahuasca

Die Substanz, die als Tee eingenommen wird, gehört zu den stärksten Halluzinogenen der Welt und löst bewusstseinsverändernde Zustände aus. Ursprünglich stammt Ayahuasa aus Südamerika und wird von Schamanen seit über tausend Jahren für medizinische und rituelle Zwecke verwendet. Bei uns wird Ayahuasca als Betäubungsmittel eingestuft und ist somit illegal.

Hier kannst du mehr über Ayahuasca erfahren.

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