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Let's Play «Star Wars Jedi: Fallen Order» versucht krampfhaft zu gefallen

Das Einzelspieler-Abenteuer im Star-Wars-Universum ist genau das, was die Fans wollten. Was langweilig ist.

Video: Guido spielt «Star Wars Jedi: Fallen Order» (Let’s Play)

Seit über zehn Jahren und «The Force Unleashed» warten die Fans von Star Wars auf ein Einzelspieler-Game. Denn Electronic Arts hat zwar für teures Geld die Lizenz gekauft, diese bisher aber nur in das Multiplayer-Schiessspiel «Battlefront» umgemünzt. Und weil man dort in einen hektischen Alle-gegen-Alle-Wettkampf steigt, lässt sich weder eine nennenswerte Geschichte erzählen, noch das weitläufige Universum erkunden.

Das geht nur in einem Einzelspieler-Game, und genau das ist jetzt erschienen: «Star Wars Jedi: Fallen Order». Verantwortlich ist Respawn Entertainment, die mit «Titanfall 2» bewiesen haben, dass sie eine spektakuläre Geschichte erzählen können.

Und auf dem Papier ist «Star Wars Jedi: Fallen Order» genau das, was sich Gamer wünschen: eine wunderschöne und detaillierte Welt im Star-Wars-Universum mit Gameplay, das eine Mischung der sehr guten und sehr erfolgreichen «Uncharted»- und «Dark Souls»-Serien ist.

Von «Uncharted» hat sich «Star Wars Jedi: Fallen Order» das Klettern und das Lösen von Rätseln abgeschaut (bugsiere eine Kugel in dieses Loch, um jene Türe zu öffnen beispielsweise). Und «Dark Souls» ist das Vorbild für den Lichtschwertkampf, der sehr auf Timing fokussiert: Wir müssen geduldig sein und im richtigen Moment den Parieren-Knopf drücken.

Herausgekommen ist ein Game, das toll aussieht und sicher für zwei Dutzend Stunden gut unterhalten kann. Aber es spielt wahnsinnig auf sicher. Und hat nicht so richtig verstanden, warum die zwei Vorbilder so grossartigen waren.

«Uncharted» inszeniert die Kletterpartien mit vielen Kameratricks viel besser. Und «Dark Souls» ist die Referenz, wenn es um «Sehr hart, aber sehr fair»-Kämpfe geht. Hier hingegen sind die Gegner ständig zu einfach oder zu schwierig, die Gefechte fühlen sich unpräzise und etwas zufällig an. Und dass sich ein angehender Jedi-Ritter mit der Macht auf seiner Seite vor Ratten und gewöhnlichen Sturmtrupplern fürchten soll, geht einfach nicht auf.

Besonders im Kontrast zum grossartigen «Death Stranding» von letzter Woche hat mich «Star Wars Jedi: Fallen Order» deshalb grauenhaft kalt gelassen. Dort ein Game, dass neues wagt und keine Angst davor hat, zu polarisieren. Hier ein Game, dass so krampfhaft versucht, allen zu gefallen, dass es langweilt.

«Star Wars Jedi: Fallen Order» ist für Playstation 4 und Xbox One. Es ist ab 16.