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Legende: Video So kommt neue Musik in die Playlist von SRF 3 abspielen. Laufzeit 03:47 Minuten.
Aus Radio SRF 3 Clips vom 04.01.2019.
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Blick hinter die Kulissen So kommt neue Musik in die Playlist von SRF 3

Wie schafft es eigentlich ein neuer Song ins Programm von Radio SRF 3? Hier erfährst du, wie die Musikredaktion die Playlist zusammenstellt.

Logisch. Die Musikredaktorinnen und Musikredaktoren von SRF 3 programmieren das Musikprogramm am Computer. Das heisst aber nicht, dass der PC den Mix im Alleingang macht. Unsere Fachredaktion stellt die Playlists nämlich ganz manuell her.

Matthias Völlm

Matthias Völlm

Teamleiter Musikplanung

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Verantwortet das Musikprogramm von SRF 1, SRF 3 und SRF Virus.

Sieben Musikredaktoren kümmern sich bei Radio SRF 1, SRF 3 und SRF Virus um die einzelnen Musiktitel, die auf diesen Sendern gespielt werden. Einerseits suchen sie aktiv nach neuem Stoff. Dabei sind die Quellen verschieden: Das können Radiosender aus anderen Ländern sein, Online-Blogs, Musikplattformen, Livekonzerte usw.

Andererseits wird Musik auch an uns herangetragen:

Täglich werden die neuen Songs auf einer Liste zusammengetragen und kommen so ins wöchentliche «Playlist-Meeting».

De grösste Musikplattform der Schweiz: mx3

De grösste Musikplattform der Schweiz: mx3

Auf dieser Musik-Plattform, Link öffnet in einem neuen Fenster wird ausschliesslich mit Musik «made in Switzerland» gearbeitet. Der Vorteil von mx3 ist die direkte Verbindung zwischen Musikern und den SRG-Radiostationen aller vier Sprachregionen.

Jeden Mittwoch werden die Neuheiten angehört

Dieses für uns so wichtige «Playlist-Meeting» ist eine Abhörsitzung. Dabei analysieren die Musikredaktoren zuerst, welche «Neuheiten» mittlerweile zu einem Hit geworden sind und daher in Zukunft weniger oft gespielt werden. Natürlich gibt’s auch die Titel, bei denen die Runde zur Überzeugung kommt, dass sie nicht mehr im Programm zu hören sein sollen. So gibt es Platz für neue Titel.

Nun wird die vorbereitete Liste mit neuen Songs durchgehört und im Diskurs bestimmt, welche Titel neu in welches Radioprogramm aufgenommen werden. Da wir wissen, dass das Radiopublikum nicht nur neue Songs, sondern auch bekannte Musik hören möchte, ist der Platz für die neuen Titel nicht unbeschränkt.

Mehrere Menschen hören sich gemeinsam im Büro einen Song an.
Legende: Das «Playlist-Meeting» von Radio SRF 3 findet jeden Mittwochmorgen statt. SRF/Urs Rey

Bei der Selektion sind viele verschiedene Faktoren entscheidend

Es spielt zum Beispiel eine Rolle, ob ein Musikstil (ein Genre) im Programm schon stark vertreten ist, oder nicht. Wir achten auch darauf, dass Schweizer Musik nie zu kurz kommt.

Schweizer Musik bei Radio SRF

Bei SRF 1 ist der Schweizer Anteil bei der Musik bei über 20%, bei SRF 3 ist es mehr als ein Viertel und bei SRF Virus sind sogar mehr als die Hälfte der gespielten Songs Schweizer Produktionen.

Ein weiterer Faktor ist das Resultat der Nachforschungen, die wir im Markt und beim Publikum unter anderem zur Bekanntheit und Beliebtheit von Musiktiteln machen. Natürlich kann man in einer solchen Sitzung seinen eigenen, ganz persönlichen Musikgeschmack nicht hundertprozentig ausschalten. Daher ist es wichtig, dass unter den Fachpersonen eine Diskussion stattfindet. So fällen wir einen möglichst objektiven Entscheid.

Ausnahmefall: SRF 3 Musik-Specials

Ausnahmefall: SRF 3 Musik-Specials
Legende:Reggae-Special-Moderator Lukie Wyniger.SRF 3

Bei den Abendsendungen (Specials & «Sounds!») stellen die jeweiligen Redaktoren/Moderatoren die Musik selber zusammen.

Natürlich werden neben neuen Titeln in diesen Sitzungen auch regelmässig die «Back-Kataloge», also das Repertoire an älteren Titeln eines Senders, überprüft und erweitert. Gerade bei einem Sender wie Radio SRF 1 spielt das eine zentrale Rolle.

Ein Song hat das «Go» für die Playlist erhalten. Und jetzt?

Nach dem «Playlist-Meeting» wird jeder neue Song mit Metadaten erfasst: Künstler, Songtitel, Albumtitel, Komponist, Label usw. So erhalten die Verwertungsgesellschaften (Suisa/Swissperform) eine Meldung, wenn der Titel gespielt wird. Damit wird sichergestellt, dass jede Person, die Rechte an diesem Musiktitel besitzt, auch das ihr zustehende Entgelt bekommt.

Zusätzlich wird jeder Song mit Attributen versehen: Ist es «Rock» oder «Rap», ist der Titel langsam oder schnell, singt eine Frau oder ein Mann die Leadvocals, in welcher Sprache wird gesungen usw. So ist es später möglich, mit Hilfe der Musikplanungssoftware eine ideale Abfolge von Songs zusammenzustellen.

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Legende:SRF

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Imhof  (Christian Imhof)
    Ich muss hier einfach mal sagen: Vor allem das SRF3-Team macht seinen Job sehr gut und abwechslungsreich.
    Auch wenn es noch nie ein Song von mir in die Rotation geschafft hat, bieten sie im Vergleich zu privaten Hitradios mehr als Hit- und Werbeschleudern.
    Für mich als Musiker war es immer eine zusätzliche Motivation, mich weiter zu entwickeln, wenn ich abgelehnt wurde. Also liebe Kollegen gebt Gas, anstatt auf Quoten und Vitamin B zu spekulieren.
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  • Kommentar von Jürg Meier  (jumeier)
    Was das SRF3 Tagesprogramm betrifft, so beschleicht mich schon das Gefühl, dass der Haupt-Input von der Musikindustrie stammt (in der Aufzählung oben dezent auf Platz 6), und zwar von den Major-Labels. Nicht besser als die privaten Radios folgt man da eifrig den Empfehlungen, was die Majors eben "oben" sehen wollen (schliesslich steckt man ja viel Geld ins Marketing). Und wie war das mit der Hitparade? SRF3 weiss ja nicht einmal, wie die Rangliste zustandekommt, total intransparent.
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    1. Antwort von Michael Schuler, Leiter Fachredaktion Musik (SRF)
      Lieber Jürg
      Die SRF Musikredaktion ist mit allen Labels und Musikschaffenden im Kontakt. Empfehlungen von Labels nehmen wir zur Kenntnis aber entscheiden unabhängig. Marketing-Budgets sind für SRF nicht relevant, da alle SRF-Radios werbefrei sind. Wie kommst Du darauf, dass SRF 3 nicht weiss, wie die Hitparade zustande kommt? Das Hitparadenreglement ist seit Jahren einsehbar, und natürlich kennen wir das Dokument sehr genau: https://www.ifpi.ch/statistik-hitparade/schweizer-hitparade/
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  • Kommentar von Fritz Meier  (Isha)
    1. Wenn mal etwas älteres gespielt wird (z.B. Michael Jackson, Madonna, Queen, Pink Floyd), dann bringt ihr immer die gleichen paar Songs von den Künstlern. Dabei haben diese so viele verschiedene gute Sachen gemacht. Habt ihr von jedem Künstler nur die 4 bis 5 Main-Songs an Lager?
    2. Songs aus den 50er werden gar nicht gespielt.
    3. Muss man wirklich alles spielen nur weil es aus der Schweiz kommt? Eine etwas kritischere Auswahl wäre wünschenswert.
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    1. Antwort von SRF 3 (SRF)
      Danke für deine kritischen Fragen. Wir haben von bekannten Künstlern viele Songs in unserer Datenbank und spielen nicht immer dieselben, auch wenn dieser subjektive Eindruck vielleicht entstehen kann. Songs aus den 50ern hörst du am ehesten in unserer Specials-Sendung "Pop Routes", in welcher wir die Geschichte der Popmusik nachzeichnen. Mehr ältere Musik, auch im Tagesprogramm, spielt Radio SRF 1 – vielleicht hörst du auch einfach mal bei unseren Kolleginnen und Kollegen rein?
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