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Legende: Audio Kann der Sonntagsverkauf unsere Läden retten? abspielen. Laufzeit 55:45 Minuten.
Aus Forum vom 12.09.2019.
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Forum Rettet der Sonntagsverkauf unsere Läden?

Dem Detailhandel geht es schlecht: Die Konkurrenz durch den Internethandel und den Einkaufstourismus setzt immer mehr Geschäften zu. Rettet eine Lockerung der Öffnungszeiten unsere Läden?

Rettet der Sonntagsverkauf unsere Läden?

Die Livesendung «Forum» lief am 13. September 2019 zwischen 20 und 21 Uhr. Die Sendung können Sie jederzeit nachhören.

Seit Jahren gehen die Umsätze im Detailhandel leicht zurück. Heute gilt in der Schweiz generell ein Verkaufsverbot am Sonntag – mit Ausnahme von vier Sonntagen im Jahr. Dagegen hätten die Leute gerade am Sonntag Zeit und Musse zum Einkaufen – da liege ein grosses Potenzial brach, sagen Branchenvertreter. So forderte jüngst auch der Direktor von Zürich Tourismus, dass alle Geschäfte ihre Türen auch am Sonntag öffnen dürfen, denn dann seien auch viele auswärtige Besucher in der Stadt.

Gleich lange Spiesse gefordert

Beim Sonntagsverkaufsverbot gibt es immer mehr Ausnahmen: für Geschäfte in den Bahnhöfen, für Tankstellenshops und für Läden in den Tourismusregionen. Warum dürfe die Bäckerei im Bahnhof am Sonntag Zopf verkaufen, jene in der Innenstadt aber nicht? Das sei nicht fair, nicht alle Geschäfte hätten gleich lange Spiesse, sagen Verfechter einer Liberalisierung der Öffnungszeiten.

Öffnungszeiten: Immer mehr Ausnahmen

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Das generelle Verbot für den Sonntagsverkauf wurde in den vergangenen Jahren immer stärker aufgeweicht: So dürfen Geschäfte an Bahnhöfen und Flughäfen seit 2005 am Sonntag geöffnet haben. Im Jahr 2008 wurden vier Sonntagsverkäufe im Jahr für alle Detailhändler in der Schweiz eingeführt. Weiter ist seit 2013 der 24-Stunden-Betrieb an Tankstellenshops erlaubt – und 2015 wurde das Verbot für den Sonntagsverkauf in touristischen Regionen gelockert.

Ausserdem könnten die Konsumentinnen und Konsumenten ihre Einkäufe längst bequem am Sonntag zuhause auf dem Sofa tätigen. Aber wer einen Spaziergang in der Stadt mache, stehe vor geschlossenen Ladentüren. So seien die traditionellen Läden benachteiligt. Man solle die Läden dann öffnen, wenn die Leute Lust und Zeit zum Einkaufen haben.

Widerstand der Gewerkschaften

Gar nichts wissen von einer Lockerung des Verbots für den Sonntagsverkauf wollen die Gewerkschaften: Bereits jetzt habe das Personal mit dem zunehmenden Druck und mit immer längeren Öffnungszeiten unter der Woche und am Samstag zu kämpfen. Da dürfe die letzte Bastion – der freie Sonntag – nicht auch noch fallen.

Auch kirchliche Kreise wehren sich gegen den Sonntagsverkauf. Der Sonntag sei als Ruhetag wichtig, als Tag zur Erholung. Und für Angestellte mit Kindern sei der Sonntag zentral für Ausflüge und Besuche als Familie. Diese Regelung dürfe nicht aufgeweicht werden.

Die Diskussion im «Forum»

Rettet der Sonntagsverkauf unsere Läden? Oder würde durch eine Lockerung der Öffnungszeiten der Druck aufs Verkaufspersonal zu gross? In der Livesendung «Forum» diskutierten am Donnerstagabend folgende Gäste mit Hörerinnen und Hörern:

  • Kaspar Engeli, Direktor von Handel Schweiz, dem Dachverband des schweizerischen Handels. Engeli plädiert für eine liberale Lösung: Es solle doch jedes Geschäft selber über die Ladenöffnungszeiten entscheiden können.
  • Serge Gnos, Mediensprecher der Gewerkschaft Unia. Die Gewerkschaften sagen, der Sonntagsverkauf müsse tabu sein, denn die Läden dürften ihre Gewinne nicht auf dem Buckel des Personals machen.

49 Kommentare

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  • Kommentar von Katrin Morf  (igel287)
    Oft wird behauptet, niemand vom Verkaufspersonal sei gezwungen, sonntags zu arbeiten , wenn die Geschäfte geöffnet sind. Das glaube ich nicht. Die Freizeit während der Woche ist zwar auch nett, doch es ist schwierig, den Kontakt zum Freundeskreis zu pflegen. Für Eltern ist es sowieso ungünstig, selbst wenn Kitas sonntags offen wären. Man hätte kaum mehr gemeinsame Freizeit.
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  • Kommentar von Martin Vogt  (Martin Vogt)
    Gut gib’s die Unia, aber hier ist Herr Gnos falsch. Gerne zeige ich Ihm auf, dass von der Sonntagsöffnung alle profitieren. Vor allem in Tourismusregionen geht es nicht ohne! Die Gäste sind vielmals nur 1 Tag vor Ort. Also sind wir auch offen und verkaufen unsere Uhren 7 Tage die Woche. Unser Personal arbeitet 8.5 Stdx5 Tage. Also rechne: 2 Tage haben Sie Frei. Und so können sie z.B. Unkomplizierter Zum Arzt, Wandern, selber Einkaufen etc. Lasst doch den freien Markt spielen, so läuft das heute.
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  • Kommentar von René Burkhard  (Rbu)
    Dann sollten die Gemeinden, Ämter auch am Sonntag ( Samstag?)offen haben.
    Dies wäre dann auch ein Bedürfnis der "Kunden"
    Transportunternehmen für den Nachschub fahren dürfen und müssen.
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