Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Der Geisterzug von Spiez abspielen. Laufzeit 01:46:38 Minuten.
Aus Es geschah am... vom 07.09.2019.
Inhalt

Es geschah am 17. Mai 2006 Der Geisterzug von Spiez

Am 17. Mai 2006 kracht in Dürrenast bei Thun ein Bauzug ungebremst in einen stehenden Bauzug. Drei Menschen sterben. SRF zeichnet die 20 Kilometer Horrorfahrt in einem mehrteiligen Podcast und Dokumentarfilm nach.

Drei Männer – ein Schicksal

Bei der Station Blausee-Mitholz fand in der Nacht zum 17. Mai 2006 ein Weichenumbau statt. Auf dem Rückweg nach Thun machte ein Bauzug mit drei Männern auf dem Führerstand Halt in Frutigen.

Kurz nach drei Uhr morgens verlässt der Dieseltraktor der BLS den Bahnhof Frutigen im Berner Oberland. Im Schlepptau fünf Wagen mit Schotter. Die verhängnisvolle Fahrt durch das Kandertal beginnt. Schon bald wird klar, die Bremsen funktionieren nicht. Ein Horror für die zwei Lokführer und einen Mitarbeiter einer Baufirma.

«Gebt uns freie Fahrt!»

Sofort funken die Männer in die Leitzentrale Spiez mit dem Aufruf: «Gebt uns freie Fahrt!». Bis der Zug durch den Bahnhof Spiez fährt beiben den drei Stellwerkmitarbeitern acht Minuten für einen Entscheid. Sie entschieden, den Zug ohne Bremsmöglichkeit möglichst lange geradaus fahren zu lassen, um dem Lokführer die Möglichkeit zu geben, den Zug doch noch verlangsamen oder abzubremsen zu können.

Die Bahnangestellten versuchen auf ihrer Unglücksfahrt alles – doch die Zugkomposition ist nicht mehr zu stoppen. Der Geisterzug beschleunigt auf seinen insgesamt 22 Kilometer Fahrt vorübergehend bis auf 100 Stundenkilometer.

Legende: Video Die Fahrt des Geisterzugs abspielen. Laufzeit 00:37 Minuten.
Aus Radio SRF 1 vom 30.08.2019.

Der Fehler passierte möglicherweise in Frutigen

Nach den dort erfolgten Rangierarbeiten wurden die Bremsen offenbar nicht mehr richtig angeschlossen. Normalerweise muss vom Triebfahrzeug ein Schlauch mit den anderen Wagen gekoppelt werden. Dann werden die Hahnen am Triebfahrzeug geöffnet, damit die Wagen mit Luft verbunden sind. Einer der beiden Hahnen war jedoch geschlossen, wie später der Untersuchungsrichter feststellte.

Die Geisterfahrt und ihr tragisches Ende

Die Hoffnung der Zug könne nach links ins Simmental abbigen und seine Fahrt verlangsamen zerschlägt sich. Eine Baustelle weiter hinten im Tal hätte die Durchfahrt verunmöglicht. In Dürrenast bei Thun endet die Horrorfahrt. Mit 89 Stundenkilometer fährt der Geisterzug auf einen stehenden Bauzug auf – zwei Lokführer und ein Mitarbeiter einer Baufirma sterben.

Betroffene erzählen

Im SRF-Podcast erzählen Betroffene dreizehn Jahre nach dem Unglück ihre Sicht auf die Ereignisse. Die Fahrdienstleiter der verhängnisvollen Nacht in der sie über Leben und Tod entscheiden mussten, erzählen erstmals über die dramatischen Minuten.

«Es geschah am...» im Fernsehen

Das Doku-Drama über den Geisterzug von Spiez strahlt SRF 1 am Samstag, 7. September 2019, um 20:05 Uhr aus.

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Im Vorfeld (bei der Ankündigung) des gezeigten DOK-Films "Es geschah am....", war auch ich als pensionierter Eisenbahner sehr skeptisch, ob diese Tragödie wirklich nachgestellt und als abendfüllender "Horror-Film" einem sehr grossen Samstagabend-TV-Publikum gezeigt werden soll. Nachdem die Angehörigen der Verstorbenen und die BLS einverstanden waren, kam ich nach dem Film zur anderen Meinung: Die fehlende (2.) Bremsprobe vor der Abfahrt in Frutigen, zeigte ein klares "menschliches Versagen"!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Sam Meier  (tsam39947)
    @SRF: Wie ist es möglich, dass an einem total zerstörten Zugswrack zweifelsfrei festgestellt werden kann, was die Lokführer bei der Bremskontrolle falsch gemacht haben? Gemäss Film wurde bei der Unfalluntersuchung festgestellt, dass irgendein Hahn in der falschen Stellung war, was auf einen Fehler bei der Bremskontrolle rückschliessen lässt. Aber wie kann man sicher sein, dass dieser Hahn nach dem Zusammenprall noch in derselben Stellung war wie vorher?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von Radio SRF 1 (SRF)
      @Sam Meier: Der Untersuchungsbericht des Bundes hat festgestellt, dass der Bremshahn zwischen Lok und Wagen geschlossen war. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass der Hahn keine Schlagspuren aufweist. Deshalb haben die Untersuchungsbehörden darauf geschlossen, dass der Hahn bereits bei der Abfahrt geschlossen war. Der Bericht ist öffentlich und hier abrufbar: https://www.sust.admin.ch/inhalte/BS/4020506.pdf
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Stefan Fahrni  (Stefan76)
    Der im Film zu sehende Traktor ist der Tm 235 092-4 von 1980 und somit etwas älter als der in Dürrenast 2006 effektiv verunfallte Tm 235 099-9 mit Baujahr 1996. Ein gleiches Fahrzeug ist noch heute im Einsatz und alle stammen von Stadler in Bussnang. Im Film wird auch der Bericht der SUST gezeigt. Was hat man aus diesem tragischen Ereignis gelernt? Welche technische Verbesserungen wurden bei diesen Tm 235 der BLS nachgerüstet? Was macht Stadler Rail heute anders beim Bau und der Bremstechnik?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten