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SVP, FDP und BDP verlieren im Aargau je einen Sitz im Nationalrat
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 20.10.2019.
abspielen. Laufzeit 02:49 Minuten.
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Aargauer Nationalratswahlen SVP und FDP tauchen und verlieren je einen Sitz

  • Auffällig im Aargau ist der Verlust der SVP. Sie verliert fast 6.5 Prozentpunkte der Wähleranteile. Sie hat noch einen Wähleranteil von 31.5 Prozent.
  • Die Grünen zählen zu den Gewinnern. Sie können gut 4.3 Prozentpunkte zulegen und haben nun fast 9.8 Prozent Wähleranteil.
  • Zulegen können neben den Grünen auch die Grünliberalen. Die GLP verzeichnet einen Wähleranteil von gut 8.5 Prozent, ein Plus von 3.3 Prozentpunkten.
  • Überraschend ist der Sitzgewinn der CVP im Aargau. Sie holt einen zusätzlichen Sitz. Auch die SP holt einen dazu. SVP und FDP hingegen verlieren je einen Sitz im nationalen Parlament.

Die Aargauer SVP hatte einen heiklen Wahltag vor sich: Viele bekannte Namen traten nicht mehr an auf ihrer Liste, sogar Vertreter der wählerstärksten Partei selbst rechnen deshalb mit einem Sitzverlust. Der aktuelle Verlust überrascht allerdings. Das Minus von 6.5 Prozentpunkten ist schweizweit gesehen überdurchschnittlich. Die Partei hat neu 6 statt 7 Sitze im Nationalrat. Die SVP bleibt allerdings wählerstärkste Partei im Aargau.

Thomas Burgherr
Legende: SVP-Präsident Thomas Burgherr muss herbe Verluste seiner Partei hinnehmen. Daniel Desboroug/SRF

Auch die FDP schnitt im Aargau mit einem Minus ab. Hier beträgt der Verlust fast 2 Prozentpunkte – die Freisinnigen kommen neu nur noch auf einen Wähleranteil von 13.5 Prozent. Folglich verliert die FDP ebenfalls einen Sitz, sie hat noch 2 statt wie bisher 3 Sitze.

Frau in blauem Blazer.
Legende: EVP-Nationalrätin Lilian Studer schnappt sich den Sitz von Bernhard Guhl (BDP). ZVG

Ganz aus dem Nationalrat verabschieden muss sich die BDP und damit Bernhard Guhl. Die BDP verliert diesen Sitz an die Aargauer EVP, welche neu mit Lilian Studer, Tochter von alt-Nationalrat Heiner Studer, in die grosse Kammer einzieht.

Video
AG: Reaktion von Bernhard Guhl (BDP)
Aus News-Clip vom 20.10.2019.
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Zu den Gewinnern zählen SP und CVP. Die SP kann einen Sitz hinzuholen. Neu ist sie mit drei Nationalräten in Bern vertreten. Den dritten Sitz für die Sozialdemokraten holt Parteipräsidentin Gabriela Suter.

Portrait
Legende: SP-Aargau-Präsidentin Gabriela Suter kann sich freuen. Sie ist neu im Nationalrat, ihre Partei holt einen zusätzlichen Sitz. Daniel Desborough/SRF

Die CVP hat neu zwei statt nur einen Vertreter im nationalen Parlament. Neben der bisherigen CVP-Nationalrätin Ruth Humbel schaffte die kantonale Parteipräsidentin Marianne Binder die Wahl. Im Vorfeld wurden der CVP eher Verluste zugeschrieben. Das ist nun nicht eingetroffen, im Gegenteil, die Christdemokraten im Aargau haben einen zusätzlichen Sitz geholt.

Frau in der Seitenansicht
Legende: Marianne Binder (CVP) landet bei den Ständeratswahlen zwar nur auf dem enttäuschendem vierten Platz, dafür schafft sie aber überraschend die Wahl in den Nationalrat. Daniel Desborough /SRF

Linksrutsch im Aargau? Nein – Die Kurzanalyse

Linksrutsch im Aargau? Nein – Die Kurzanalyse
Legende:SRF-Redaktor Stefan Ulrich.

Klar, SVP, FDP und BDP verlieren Wähleranteile. Gewonnen haben aber nicht nur linke Parteien, sondern auch EVP oder CVP. Das sind klassische Mitteparteien. Daher kann man nicht direkt von einem Linksrutsch sprechen.

Die SP hat zwar einen zusätzlichen Sitz geholt. Der Wähleranteil ist aber praktisch gleich geblieben. Sie konnte allerdings von der Listenverbindung mit den Grünen profitieren.

Mehr Frauen in Bern

Was zusätzlich auffällt ist, dass mehr Frauen den Aargau im nationalen Parlament vertreten. Bisher waren es fünf, neu sind es deren sieben. SP und CVP senden je noch eine Frau nach Bern. Und auch die EVP delegiert neu eine Frau in die grosse Kammer. Es könnten sogar noch mehr werden. Würde nämlich Thierry Burkart als Ständerat im zweiten Wahlgang gewählt, dann würde Maja Riniker (FDP) in den Nationalrat nachrutschen. Auch bei der SVP ist es sehr gut möglich, dass noch eine Frau nachrückt. Wenn Hansjörg Knecht in den Ständerat kommt und wenn der neu gewählte Nationalrat Jean-Pierre Gallati Aargauer Regierungsrat wird, würde Stefanie Heimgartner nachrücken.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    "Die SVP und FDP tauchen und verlieren je einen Sitz" (obige Artikel-Ueberschrift). Als "Heimwehaargauer" spreche ich nicht von "tauchen", wenn die SVP weiterhin (als stärkste Partei im Aargau) 6 und die FDP 2 Nationalräte nach Bern schicken darf! Als "alter", jahrzehntelanger Politbeobachter erkenne ich sehr viel aus solchen fettgedruckten Ueberschriften in den Medien! Auch alle anderen Medien-Kommentare zu den Wahlen 2019 kommen sehr ideologisch einseitig zu uns Leser(innen)!
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Ich kenne einige Familien mit Wohnsitz im Aargau. Sie alle haben lohntechnisch vom Kt. ZH ins AG ausgewichen, weil das Wohneigentum dort um einiges günstiger und somit diesen mittelständischen Familien erschwinglich ist. Diese Familien wollen traditionell eine soziale Familien- und Fiskalpolitik sehen. Nicht zuletzt sind diese Familien oft binational. Die SVP bietet genau dieser Schicht keine Lösung.
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  • Kommentar von J Vollenweider  (J.Vo.)
    Hauptsache die Grünen und die GLP bekommen keinen zusätzlichen Sitz im Nationalrat.Der Klima-Hype hat bis jetzt keinen Schaden angerichtet.Ich hoffe das bleibt so.
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