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«60 Prozent der Wählenden befürworten einen grünen oder grünliberalen Bundesrat»
Aus News-Clip vom 21.10.2019.
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SRG-Nachwahlbefragung Deutliches Ja zu einem grünen Bundesrat

  • Die Öko-Parteien konnten bei der Nationalratswahl stattliche Erfolge einfahren – weil sie viele Neu- und Wiederwählerinnen mobilisierten.
  • Der SP und der SVP misslang dies. Das zeigt die SRG-Nachwahlbefragung.
  • Die Frage, ob den grünen Parteien nun ein Bundesratssitz zusteht, beantwortet eine Mehrheit der Wählenden mit Ja.

Nun ist klar, wem die Grünen und die Grünliberalen für ihre grossen Sitzgewinne danken können. Den Politmuffeln und Neuwählern. Die SRG-Nachwahlbefragung zeigt, die beiden Parteien konnten als einzige mehr ehemalige Nichtwähler mobilisieren, als ihnen Wähler abhanden gekommen sind. 28 Prozent der aktuellen Grünen-Wählerinnen haben an den Wahlen vor vier Jahren nicht teilgenommen – bei den Grünliberalen sind es 26 Prozent.

BDP-Wähler blieben zuhause

Der SP gelang dies nicht. Sechs Prozent ihrer ehemaligen Wähler sind zu den Grünen abgewandert. Weil sie diesen Verlust mit Neu- oder Wiederwählern nicht wettmachen konnten, fuhren sie bei den Nationalratswahlen ein Minus von zwei Prozentpunkten ein. Das kostet sie vier Sitze.

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«Ein Teil der SP-Wählerschaft wollte neue Prioritäten setzen»
Aus News-Clip vom 21.10.2019.
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Während die Grünen von den Politmuffeln profitierten, machten sie der BDP einen Strich durch die Rechnung. Fast ein Viertel ihrer ehemaligen Wählerinnen blieben zuhause, weiter verlor die Mitte-Partei viele Wähler an die FDP, die CVP und die GLP. Das Resultat: Die BDP verliert vier Nationalratssitze und erreicht für die kommende Legislatur nicht mal mehr Fraktionsstärke.

Enttäuschte Wähler

Auch der 3.8-Prozentpunkte-Verlust der SVP lässt sich auf ehemalige Wähler zurückführen, die dieses Mal der Urne fernblieben. Es sind zwar SVP-Wählerinnen zu anderen Parteien abgewandert, doch wanderten ihr ebenso viele wieder zu. Das bedeutet: Für den gesamten Verlust von 12 Nationalratssitzen sind die Politmuffel verantwortlich.

Doch weshalb haben sie der SVP ihre Treue gekündigt? Der grösste Teil, 44 Prozent, gab, von der Rechts-Partei enttäuscht worden zu sein. Das im Gegensatz zu den Wählerinnen, die der SP den Rücken zuwandten. 44 von ihnen gaben an, dass sich ihre politischen Prioritäten verändert hätten. Derselbe Grund trug den Grünen einen Wählerzuwachs ein. 54 Prozent der Wechselwählerinnen gaben an, dass sie wegen neuen politischen Prioritäten nun grün wählen.

Ja zum grünen Bundesrat

Diese Wechselwähler – zusammen mit den Neuwählern – bescherten den Grünen einen Gewinn von 17 Sitzen. Die Partei überholt damit die CVP und ist nun viertstärkste Kraft im Nationalrat. Die Forderung nach einem grünen Bundesrat oder einer grünen Bundesrätin ist nicht mehr aus der Luft gegriffen. Doch wie sehen das die Wähler? Auch diese Frage wurde den Teilnehmenden der SRG-Nachwahlbefragung gestellt, nachdem klar war, dass die Grünen einen grossen Sieg davontragen.

Gesamtbundesrat 2018
Legende: Wer müsste einem grünen Bundesrat weichen? Laut den Wählenden am ehesten die FDP-Bundesrätin oder der FDP-Bundesrat. Keystone

Das Ergebnis ist deutlich: 60 Prozent der Wählenden sind der Ansicht, dass die Grünen oder die Grünliberalen einen Sitz im Bundesrat erhalten sollten. Besonders beachtenswert: die Haltung der CVP-Wählerinnen und -Wähler. Ihre Partei wird in der Bundesversammlung entscheidend für die Frage sein, ob ein Wechsel im Bundesrat mehrheitsfähig ist. 55 Prozent der CVP-Wählerschaft wünscht sich einen Bundesrat aus dem ökologischen Spektrum.

Bei der Frage, wer auf einen Sitz in der Landesregierung verzichten soll, unterscheidet sich die Antwort je nach Parteianhängerschaft stark. Gesamthaft finden 27 Prozent, die FDP müsse auf einen Sitz verzichten, 20 Prozent wollen der SVP einen Sitz wegnehmen. Nur 9 Prozent vertreten die Meinung, die CVP solle ihren einzigen Sitz im Bundesrat abgeben.

Datenerhebung und Methode

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Die Datenerhebung zur SRG SSR Wahltagsbefragung fand vom 18. bis am
21. Oktober 2019 statt und erfolgte online. Die Rekrutierung der Befragten fand einerseits über die Webportale von SRG SSR, andererseits via
Online-Panel des Forschungsinstitut Sotomo statt. Die Auswertungen basieren auf den Angaben von mindestens 17'392 Stimmberechtigten (Ausnahme Bundesratszusammensetzung: Angaben von 4194 Stimmberechtigten)

Generell ist die Repräsentativität dieser Befragung vergleichbar mit einer Zufallsstichprobe mit einem Stichprobenfehler von +/-1.1 Prozentpunkten. Für die Auswertungen zum Profil der Parteienwählerschaften und der wichtigsten politischen Herausforderungen wird von einem Stichprobenfehler von +/-1.2 Prozentpunkten ausgegangen für die Fragen zur Bundesratszusammensetzung von einem Stichprobenfehler von +/-2.5 Prozentpunkten.

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Das sagen die Parteipräsidenten
Aus News-Clip vom 20.10.2019.
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78 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Bei einer allfälligen Vakanz im Bundesrat, muss es einen Sitz für die Grünen geben. Man könnte auch vorpreschen und Ignazio Cassis abwählen, der ein totaler Reinfall ist für den Bundesrat.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Nach dieser "Klimawahl" 2019, heisst es nun zuerst 4 Jahre lang arbeiten und die links/grünen Anliegen mit der (immer noch) Mehrheit anderer Parteien in den 2 Bundesparlamenten zu diskutieren und für die Bevölkerungs-Mehrheit Lösungen und deren Anliegen zu erarbeiten. Wenn sich dieser neue "grüne" Politpol tatsächlich positiv für unser Land einsetzen würde, muss selbstverständlich über einen Sitz im Bundesrat diskutiert werden!
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  • Kommentar von Werner Christmann  (chrischi1)
    oh je, da soll in der ersten Euphorie nun medial mittels grün aufgepeppter Umfragen den Grünen subito ein Bundesrat zugeschanzt werden. Wird nie und nimmer gelingen.
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