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Trotz «Eliminationskurs» Sechsmal mehr Masernfälle als im Vorjahr

  • Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verzeichnet in den ersten neun Monaten dieses Jahres sechsmal mehr Masernfälle als im Vorjahreszeitraum.
  • Zwischen Januar und Ende September 2019 zählte das BAG 214 Fälle von Masern. Im gleichen Zeitraum 2018 waren es 34 Fälle.
  • Dennoch gilt die vermeintliche Kinderkrankheit in der Schweiz als eliminiert.
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Aus dem Archiv: Wer sollte seinen Masern-Impfstatus überprüfen?
Aus Puls vom 06.05.2019.
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Die Inzidenz hat gemäss den Zahlen des BAG von 4 (2018) auf 25,1 Fälle pro Million Einwohner zugenommen. Aufgetreten waren die Fälle in insgesamt 13 Kantonen – alleine im Kanton Bern waren es 83.

91 Prozent der Erkrankten ungenügend geimpft

Gemäss BAG waren 20 Prozent der Erkrankten unter zehn Jahre alt, 23 Prozent zwischen zehn und 19 und 57 Prozent waren 20 Jahre oder älter. Die Mehrheit der Fälle (84 Prozent) konnte einem bestimmten Ausbruch zugeordnet werden. Bei 16 Prozent fand sich der Ursprung nicht. 91 Prozent der 172 Erkrankten mit bekanntem Impfstatus waren nicht oder nur unzureichend geimpft, 9 Prozent vollständig geimpft.

Die Mehrheit der Masern-Fälle gehörte zu einem von 30 Ausbrüchen zwischen Januar und Mai, die Ende Mai gemäss dem BAG unter Kontrolle gebracht werden konnten. Die grössten Ausbrüche wurden in den Kantonen Genf, St Gallen, Zürich, Bern und Neuenburg festgestellt.

Zwei Todesfälle

Die Krankheit Masern sei keineswegs harmlos, schreibt das BAG. So haben die Masern dieses Jahr zu zwei Todesfällen geführt. Beim ersten Fall handelt es sich um einen 30-jährigen zuvor ungeimpften Mann, der von Angehörigen mit Masern angesteckt wurde. Er wurde 67 Stunden nach Exposition nachgeimpft. Diese Impfung kam jedoch zu spät, und er erkrankte trotzdem an Masern. Er verstarb innert kürzester Zeit nach Auftreten der ersten Symptome zu Hause.

Beim zweiten Fall handelt es sich um einen 70-jährigen Mann, der wegen Krebs immunsupprimiert war. Er verstarb wenige Tage nach Beginn einer masernbedingten Lungenentzündung trotz Intensivpflege im Spital. Im Weiteren mussten in der Schweiz seit Anfang Jahr 45 Masern-Erkrankte hospitalisiert werden.

Masern eliminiert...

Die Schweiz hatte sich 2010 zum Ziel gesetzt, die Masern zu eliminieren. Für den Zeitraum 2016 bis 2018 ist dies gelungen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Ende Juli 2019 die endemischen Masern in der Schweiz erstmals als eliminiert deklariert.

Somit gehört die Schweiz für den Zeitraum 2016 bis 2018 erstmals zu den 35 von insgesamt 53 Ländern der WHO-Region Europa, welche die Masern eliminiert haben.

...doch was heisst das?

Masern gelten gemäss WHO-Richtlinien dann als eliminiert, wenn dreimal in Folge keine länger als zwölf Monate dauernden Masern-Übertragungsketten mehr auftreten.

Die Schweiz erfülle diese Kriterien trotz der Ausbrüche Anfangs 2019 weiterhin, schreibt das BAG. Denn seit Juni 2019 seien keine Übertragungsketten mehr aufgetreten. Somit sei die Schweiz weiterhin auf «Eliminationskurs». Dennoch brauche es weitere Anstrengungen des Bundes.

Impfung als sicherster Schutz

Die Masern sind in Europa allgemein auf dem Vormarsch. Alleine in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zählte die WHO bereits rund 90'000 Fälle.

Das BAG betont, dass eine Impfung die sicherste Methode ist, sich und seine Kinder vor den Risiken der Masern zu schützen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Ja Herr Amthauer bin mit meinen Impfungen 80 geworden (SALTKinderlähmung
    Kombi in RS unzählige für Tropen
    und vor drei Monaten
    die Neue gegen Gürtelrose) wir leben
    im 20/21 Jahrhundert und müssen alle Möglichkeiten der Farmaforschung, nützen. Impfverweigerung ist persönlich, kann
    aber zur Schuld den
    Kinder gegenüber werden Jeder/m das Seine
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  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    ...und das, obwohl seit Jahren dagegen geimpft wird.....
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  • Kommentar von Sacha Walter  (Fliegenderschnee)
    Ich finde srf informierte sehr pharmafreuntlich , einseitig und hinterfragt kaum die Argumentation des Mainstreams. Es scheint mir relativ klar das die WHO mit ihren News und Statistiken auf einen Impfzwang hinarbeitet.
    Impfschäden werden nachträglich kaum erfasst. Die meisten Zulassungsstudien vom Hersteller finanziert. Unabhängige Kontrollen gibt es kaum und sind auch nicht erwünscht; unter diesen Voraussetzungen darf es keinen Impfzwang geben.
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