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Armee bricht Masken-Einkaufsaktion ab
Aus Tagesschau am Vorabend vom 22.05.2020.
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Keine Knappheit mehr Schweizer Armee stoppt den Einkauf von Schutzmasken

Noch vor einem Monat herrschte in der Schweiz eine akute Schutzmasken-Knappheit. Die Armee erhielt den Auftrag, über eine halbe Milliarde Masken in China zu beschaffen. Doch nun wird die einzigartige Einkaufsaktion vorzeitig abgebrochen.

Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Europa wurden die Schutzmasken auch hierzulande knapp. Es war während Wochen nicht klar, ob die Spitäler genug Schutzmaterial für den erwarteten Peak haben würden.

Mitte März erteilte der Bundesrat der Armee darum den Sonderauftrag, 550 Millionen Schutzmasken zu beschaffen. Koste es fast, was es wolle. Budgetiert wurden 1.1 Milliarden Franken.

Enorme Produktionssteigerung in China

Doch mittlerweile hat sich die Lage völlig entspannt: Der grosse Ansturm auf die Spitäler blieb aus. Und China hat die Produktion von Schutzmasken enorm hochgefahren. Es gibt Fabriken, die pro Tag 100 Millionen Schutzmasken produzieren.

Brigadier Markus Näf leitet die Beschaffung von Schutzmasken. Die Armee habe 250 Millionen Schutzmasken eingekauft. Doch nun werde der Einkauf unterbrochen. «Die Beschaffungsvorgaben sind derzeit erfüllt», erklärt Näf. Alleine für das Gesundheitswesen gebe es nun einen Vorrat an Schutzmasken, der für eine Versorgung von 40 Tagen reiche.

Markt funktioniert wieder

Die Grossverteiler und weitere private Akteure könnten nun auch genügend Schutzmaterial beschaffen. «Der Markt spielt wieder», meint Näf. Deshalb könne sich die Armee zurückziehen.

Wir werden nur einen kleinen Teil des Budgets ausschöpfen.
Autor: Markus NäfBrigadier Schweizer Militär

Es würden noch weitere Versorgungsflüge zwischen China und der Schweiz stattfinden, da noch nicht alles eingekaufte Material hier sei. Man beobachte die Lage auch weiterhin sehr genau. Sollte sich das Angebot wieder verknappen oder sollten die Vorräte schwinden, würde die Armee wieder einkaufen.

Günstiger als befürchtet

Laut Brigadier Näf konnte die Armee in China viel günstiger einkaufen als befürchtet. Im Moment zahle man pro Schutzmaske 20 bis 50 Rappen. Im schlimmsten Fall rechnete die Armee ursprünglich mit einem Einkaufspreis von mehr als einem Franken pro Stück. «Wir werden nur einen kleinen Teil des Budgets ausschöpfen», sagt Näf.

Das Parlament hatte den Kreditrahmen von 1.1 Milliarden Franken für den Einkauf von Schutzmasken in der ausserordentlichen Corona-Session bewilligt. Mit einem Teil des übrig gebliebenen Geldes will man nun Reservationen für einen Corona-Impfstoff platzieren. Um dereinst einen Impfstoff zu beschaffen, rechnet der Bundesrat mit Kosten von 300 Millionen Franken.

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Aus dem Archiv: Armee kauft Millionen Masken
Aus Tagesschau vom 21.04.2020.
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Tagesschau, 22.5.2020, 18:00 Uhr

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Susanne Lüscher  (Lol)
    Um dereinst einen Impfstoff zu beschaffen rechnet man mit 300 Millionen Franken. Dereinst? Um einen sicheren Impfstoff zu erzeugen, braucht es in der Regel Jahre. Da Viren sich verändern ist ein adäquater Impfstoff schwierig zu finden. Wichtiger ist, dass unsere Regierung dafür sorgt, dass wir genügend Vorräte an Medikamenten haben, speziell im Bereich der Narkosemittel, dass man nie mehr Operationen wie z.B. Gallensteine Wochen hinausschieben muss - war für die betreffenden Patienten arg!
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  • Kommentar von Jörg Hiltbrunner  (jöhi46)
    Anstatt Masken weiterhin - wenn erneut Bedarf entstehen sollte - in China einzukaufen, könnte man doch die inzwischen in der Schweiz auf extra aus China bestellten Maschinen hergestellten Masken subventionieren, damit diese erschwinglich werden oder bleiben?
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Jörg Hiltbrunner: Also der Staat soll einfach alles subventionieren, damit es billiger wird, als der Markt. Wir zahlen also freiwillig mehr, als wir müssten und erhöhen unnötigerweise die Staatsschulden noch mehr. Mit so einem Vorschlag hätten Sie an jeder Gemeindeversammlung ihre liebe Mühe.
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    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Jörg Hiltbrunner: Ich würde die Maschinen einmotten, damit wir jetzt wieder die billigen Masken für 5 Rappen kaufen können. Bei der nächsten Krise könnten wir dann die Maschinen rasch wieder in Betrieb setzen und teure eigene Masken produzieren, bis der Markt wieder genügend billige bereitstellt.
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    3. Antwort von Jörg Hiltbrunner  (jöhi46)
      @Thomas Leu: Meine Meinung war, die Gelder für neue Masken in die in der Schweiz produzierten zu stecken und nicht unbedingt wieder chinesische zu importieren.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Etwas weniges Positives hat auch Corona: Es hat Transparenz geschaffen bezüglich Abhängigkeit vom Ausland: Medizinprodukte (eben Masken), Fachkräfte Gesundheitswesen, Kapazitäten in den Spitälern usw. Nicht auszudenken, wenn wir eine grosse Krise hätten, mit 1000enden von Kranken oder Verwundeten. Auf diese Qualitätslüken sollten der BR, Parlament und die Armee reagieren.
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    1. Antwort von Susanne Lüscher  (Lol)
      Der Regierung wurde schon vor Jahren empfohlen Notvorräte bei Medizinprodukten und Schutzbekleidung anzulegen - dies wurde ignoriert. Als China total dicht machte hatten die CH und EU ein riesen Problem, genau in diesem Bereich Knappheit. Es brauchte einiges an Diplomatie, dass die Swiss, das benötigte Material in China abholen konnte.
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