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Antisemitismus in der Schweiz Schweizer Juden fühlen sich zunehmend diskriminiert

  • Jüdinnen und Juden in der Schweiz erleben gemäss einer Studie der ZHAW, Link öffnet in einem neuen Fenster häufig Belästigung und Diskriminierung aufgrund ihres Glaubens.
  • Rund die Hälfte der Befragten habe angegeben, in den letzten fünf Jahren real oder online antisemitisch belästigt worden zu sein.
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Aus dem Archiv: Antisemitismus – auch in der Schweiz
Aus 10vor10 vom 19.02.2019.
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Fast drei Viertel gingen davon aus, dass Antisemitismus ein zunehmendes Problem darstellt. «Diese Zahlen zeigen deutlich, dass Antisemitismus in der Schweiz existiert und den Alltag der hier lebenden Jüdinnen und Juden prägt», sagt Dirk Baier, Studienleiter und Leiter des ZHAW-Instituts für Delinquenz und Kriminalprävention.

Mehr Hass in sozialen Medien

Fast neun von zehn Befragten seien der Meinung, dass Antisemitismus im Internet und insbesondere in den sozialen Medien zugenommen hat. Rund die Hälfte der Befragten seien Zeugen davon geworden, wie Jüdinnen und Juden online bedroht oder beleidigt worden sind.

Physische Gewalt erfuhren sie hingegen selten. Am häufigsten von Übergriffen berichteten streng-orthodoxe Juden. Nahezu alle von ihnen seien in den vergangenen fünf Jahren einer Form von Belästigung ausgesetzt gewesen. An der Umfrage teilgenommen haben gemäss Mitteilung 487 Personen.

Fast jeder dritte meidet jüdische Veranstaltungen

Was antisemitische Diskriminierung im Alltag angeht, berichteten 16.2 Prozent von mindestens einem Erlebnis in den letzten 12 Monaten. Vor allem in drei Bereichen zeigen sich erhöhte Diskriminierungswerte: an Bildungseinrichtungen wie Schulen und Hochschulen, am Arbeitsplatz und bei der Wohnungssuche. Dabei geht es weniger um Einschränkungen des religiösen Lebens oder religiöser Praktiken als um subtilere Formen der Diskriminierung. «Der Bildungs- und der Arbeitsbereich stellen damit wichtige Felder zukünftiger Präventionsarbeit dar», ist Dirk Baier überzeugt.

Die Erfahrungen, welche sich in der Umfrage zeigen, wirken sich auf das Sicherheitsgefühl der jüdischen Bevölkerung aus. So meidet fast jeder dritte Befragte zumindest manchmal jüdische Veranstaltungen beziehungsweise Stätten oder andere Örtlichkeiten in der Heimatstadt, weil er oder sie sich auf dem Weg dorthin nicht sicher fühlt. Rund ein Fünftel fürchtet sich davor, in den kommenden 12 Monaten im öffentlichen Raum verbal angegriffen zu werden.

SRF 4 News, 02.07.2020, 09.30 Uhr;

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99 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Flury  (Simplizissimus)
    Jene Täter, welche im öffentlichen Raum diskriminieren lassen sich wahrscheinlich auf einen relativ kleinen, dafür aber militanten Kreis einschränken. Im Internet, sozialen Medien sind demgegenüber viel mehr Menschen enthemmt und diskriminieren hemmungslos. Man sollte mit Verallgemeinerungen aufpassen, aber auch nicht verharmlosen.
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  • Kommentar von Magdalena Glaus  (Bhabiana)
    Nach der Lektüre aller untenstehenden Kommentare und der Kenntnisnahme der entsprechenden likes und dislikes, bestätigt sich bei mir ganz klar der Eindruck, dass offener, aber vor allem auch versteckter, latenter Antisemitismus in unserem Land sehr wohl eine Tatsache ist! Traurig...
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Eigentlich sollte Antisemitismus doppelt „tabu“ sein. Erstens weil es niederträchtig ist, sich an Leuten auszulassen, die anders sind. Zweitens weil im 2.Weltkrieg 6Mio. Juden und verschiedene andere, die nicht als „Arier“ gegolten haben, brutal ermordet worden sind. Das sollte hinreichend genügen, um vom Antisemitismus abzulassen. Und es zeugt allgemein von eigener „Schwäche“, wenn man in sich stark fühlenden Gruppen Minderheiten diskriminiert oder sogar mit Gewalt angeht. Seien wir wachsam!
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