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Berner Kantonsärztin warnt vor Gefährdung der bisherigen Erfolge
Aus News-Clip vom 29.06.2020.
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Kantonsärztin zur Berner Party «Viel zu viele Leute, zu nahe beieinander»

Eine unbewilligte Party mit mehreren hundert Leuten hat am Wochenende in Bern Befürchtungen wegen Corona aufkommen lassen. Die Berner Kantonsärztin Linda Nartey sagt gegenüber SRF News, das Verhalten der Leute drohe alles zu untergraben, was bisher unternommen worden sei im Kampf gegen das Virus.

Linda Nartey

Linda Nartey

Berner Kantonsärztin

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Linda Nartey ist 52 Jahre und studierte Medizin in Bern und in London. Seit 2018 ist sie Berner Kantonsärztin. Zuvor arbeitete sie unter anderem als Ärztin im Frauengesundheitszentrum der Stadt Bern, als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit und an der Universität Bern.

SRF News: Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie die Party-Bilder aus Bern sehen?

Linda Nartey: Das sind viel zu viele Leute, die über eine lange Zeit sehr nahe beieinander stehen. Das erhöht das Risiko für Übertragungen des Virus sehr stark, auch wenn die Party draussen stattfand.

Wie gross ist denn das Risiko für eine Übertragung draussen?

Ich kann nicht sagen, um wie viel frische Luft das Risiko reduziert. Klar ist: Die Leute stehen weniger als 1.5 Meter beieinander, sie tragen keine Maske und sicherlich haben auch nicht alle ein Desinfektionsmittel dabei, mit dem sie regelmässig ihre Hände desinfizieren. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass es hier ein erhöhtes Risiko gibt.

Auf was sollten Personen achten, die im Moment an Partys teilnehmen?

Man muss die maximale Personenzahl berücksichtigen, man sollte sich in eine Liste eintragen oder sonst die Rückverfolgbarkeit garantieren. Idealerweise mit der Covid-Tracing-App, sodass man benachrichtigt werden kann, sollte es zu einer Ansteckung gekommen sein.

Sie kämpfen seit Wochen für die Eindämmung des Virus. Nun sehen Sie Bilder von Leuten, die sich nicht an die Distanz- und Hygiene-Regeln halten. Ist das frustrierend?

Frustrierend wäre wohl das falsche Wort. Aber dieses Verhalten droht alles zu untergraben, was wir bisher gemacht haben, um möglichst Lockerungen zuzulassen und nicht wieder mit härteren Massnahmen zu operieren. Ich kann nur den Appell wiederholen, dass die Leute ihre Verantwortung wahrnehmen.

Das Gespräch führte Mirjam Spreiter.

«Regionaljournal Bern Freiburg Wallis», 29.06.2020, 17:30 Uhr;

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Stäbler  (Stab)
    Für mich kamen die grossen Lockerungen einfach zu schnell und zu unüberlegt. Ich kann nachvollziehen, dass es gerade für die Jungen
    eine schwierige Zeit war, trotzdem wäre es wichtig dass Abstands- + Hygienereregeln im Interesse aller konsequent eingehalten werden.
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  • Kommentar von Esther Jordi  (EstherJ.)
    Die Reitschule wird die Geister scheiden, solange sie existiert. Aber darum geht es doch jetzt hier nicht, sondern darum, dass eine illegale Party ohne Einhaltung der Coronaregeln auf der "Schütz" vor der Reithalle stattfinden konnte. Das darf nicht mehr passieren, und dagegen müssen die Stadtbehörden konsequent und sofort vorgehen.
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  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    Frage an die Leser/innen: Wieviele Menschen in Ihrem Umfeld halten die 1.5 Meter im privaten und geschäftlichen Rahmen konsequent genug ein? Ein Superspreading ist nur dann schlimm, wenn das Virus von den Betroffenen weitergegeben wird und Menschen aus der Risikogruppe erreicht. In welchem Ausmass dies geschehen wird, werden wir jetzt erstmals sehen - natürlich ist zu hoffen, dass es nicht zu schwereren Verläufen kommt, aber da gibt es nach wie vor einfache Möglichkeiten, sich zu schützen.
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    1. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Und dass die Menschen diesen einfachen Möglichkeiten nicht vertrauen, hat damit zu tun, dass sie die durchschnittliche Ansteckungsgefahr stark überschätzen. Man müsste die entsprechenden Berichte auch von SRF interpretieren können, sich vielleicht auch mal in unserem Kulturraum nach einem Experten umsehn, der sich seit Beginn der Pandemie damit beschäftigt hat. Nicht nur das Virus, diese ganze Diskussion hier hängt sowas von in der Luft, was angeschürt und ungebremst viral geht, ist die Angst.
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