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Politikberater Mark Balsiger vergleicht die CVP Aargau mit erfolgreichen Fischern.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 21.10.2019.
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Aargauer Nationalratswahlen Die CVP überrascht im Aargau - hat der Wahltrick funktioniert?

Die CVP Aargau konnte ihren Wähleranteil im Aargau um 1.3 Prozentpunkte auf 9.9 Prozent steigern. Die CVP hat neu zwei statt nur eine Vertreterin im nationalen Parlament. Neben der bisherigen CVP-Nationalrätin Ruth Humbel schaffte es die kantonale Parteipräsidentin Marianne Binder in den Nationalrat. Im Vorfeld wurde eher mit Verlusten der CVP gerechnet. Was ist passiert? Haben die unzähligen Unterlisten der CVP wirklich Erfolg gezeigt? Politikexperte Mark Balsiger hat Antworten.

Mark Balsiger

Mark Balsiger

Politikberater und Buchautor

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Mark Balsiger studierte an den Universitäten Bern und Cardiff Politologie, Geschichte und Journalistik. Seit 2002 führt er die Agentur Border Crossing in Bern, die auf Politikberatung und Öffentlichkeitsarbeit spezialisiert ist.

SRF News: Die CVP konnte im Aargau Wähleranteile zulegen. National sieht es anders aus. Überrascht Sie das?

Mark Balsiger: Im ersten Moment hat mich das tatsächlich überrascht. Der Abwärtstrend dieser Partei hält schweizweit seit Jahrzehnten an, im Aargau schon seit den 90er-Jahren. Aber die CVP-Verantwortlichen im Aargau haben offensichtlich einen Weg gefunden, den Trend zu stoppen. Vielleicht sind es die vielen Unterlisten der Partei gewesen, die neue Wähler mobilisieren konnten.

Die vielen Unterlisten sind tatsächlich auffallend. Die Aargauer CVP hatte 9 Listen mit 127 Kandidaten, unter anderem eine Bauernliste. Hat das also wirklich geholfen?

Es war ein Experiment. So viele Unterlisten, das gab es schweizweit vorher noch nie. Das leichte Plus der CVP Aargau von 1.3 Prozentpunkten bei den Wähleranteilen gibt den Strateginnen der Partei recht, zumindet dieses mal. Man muss jedoch noch genauer analysieren, ob dieser gewonnene Wähleranteil tatsächlich auf die vielen Unterlisten zurückzuführen ist.

Warum könnte es dieses Mal aber funktioniert haben?

Ich versuche es mit einem Vergleich. Stellen wir uns vor, am Morgen früh stechen neun Boote in den Hallwilersee, mit 127 Fischerinnen und Fischern an Bord. Jeder und jede hält ein kleines Fischernetz.

Das ist so, wie wenn statt nur ein Boot neun Boote mit 127 Fischern losfahren und angeln.

Der gesamte Fang ist am Schluss allenfalls grösser, als wenn nur ein Boot mit 16 Fischern losgefahren wäre. Auch wenn diese 16 Fischer grössere Netze haben und genau wissen, wie man fischt.

Muss man in Zukunft damit rechnen, dass andere Parteien das auch so machen wie die Aargauer CVP und viele Unterlisten präsentieren?

Das Experiment hat natürlich in der ganzen Schweiz für Aufsehen gesorgt. Man kann davon ausgehen, dass alle Parteien das weiter beobachten. Sie erhoffen sich sicherlich, dass wissenschaftlich belegt werden kann, dass sich viele Unterlisten positiv auf die Wähleranteile auswirken. Sollte dem so sein, so werden in vier Jahre wohl auch andere Parteien auf diesen Trick zurückgreifen.

Das Gespräch führte Pascal Meier.

Video
Marianne Binder (CVP) reagiert auf das Wahlresultat ihrer Partei.
Aus News-Clip vom 21.10.2019.
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1 Kommentar

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  • Kommentar von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
    Man sollte dem ganzen möglichen Listenwahn gleich einen Riegel vorschieben und schweizweit pro Partei eine maximale Anzahl Listen (zb 3) festlegen.
    Das spart eine Unmenge an Papier und Geld, da jede/r Wähler/-in sowieso nur eine Liste einwerfen darf. Der ganze Rest landet wieder im Altpapier oder sogar im Abfall.
    Ausserdem ist so die Chancengleichheit besser gewahrt.
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