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In wenigen Tagen entstand ein neues Camp
Aus HeuteMorgen vom 16.09.2020.
abspielen. Laufzeit 04:19 Minuten.
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Flüchtlinge auf Lesbos Deza-Mitarbeiterin: «Wasserversorgung ist dringendstes Problem»

Nach dem Brand des Camps Moria auf der griechischen Insel Lesbos letzte Woche wird nun ein neues Zeltlager für die obdachlosen Flüchtlinge und Migrantinnen errichtet. Dabei hilft auch die Schweiz mit. Sie baut sanitäre Anlagen und ein Wasserversorgungssystem für bis zu einer Million Franken. Die Lage vor Ort beschreibt die Vertreterin der humanitären Schweiz als «ruhig».

Billi Bierling

Billi Bierling

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Billi Bierling ist Informationsbeauftragte der Humanitären Hilfe Schweiz (Deza). Sie befindet sich seit vergangenem Wochenende auf Lesbos. Bekannt wurde sie als Bergsteigerin und Journalistin.

SRF News: Welche Eindrücke haben Sie vom neuen Flüchtlingslager auf Lesobs?

Billi Bierling: In wenigen Tagen wurden dort 600 Zelte aufgebaut, die Menschen ziehen langsam ins Lager ein. Die Atmosphäre ist relativ ruhig. Hilfsorganisationen verteilten Essen, Hygiene-Kits oder Decken. Ein grosses Problem stellt angesichts der Hitze die Wasserversorgung dar.

Die Schweiz beteiligt sich am Aufbau eines Wasserversorgungssystems im Lager. Wieso ist das der Fokus der Arbeit des Deza?

Es muss ein völlig neues Lager aufgebaut werden. Dabei ist – wie immer in einer humanitären Krise – die Koordination der Hilfe zwischen den Behörden und den zahlreichen Hilfsorganisationen eine riesige Herausforderung.

Sechs Somalierinnen hatten zusammen gerade mal eine halbe Flasche Wasser.

Die Wasserversorgung ist eines der dringendsten Probleme, und die Deza hat damit viel Erfahrung. In der Tat brauchen die Leute rasch Wasser: Ich habe sechs Frauen aus Somalia getroffen, die zusammen bloss eine halbvolle Plastikflasche Wasser hatten. Und das bei einer Hitze von 34 Grad im Schatten.

Abgebranntes Lager.
Legende: Das völlig überfüllte Camp Moria auf Lesbos brannte letzte Woche ab – mutmasslich durch Brandstiftung von dort lebenden Migranten. Reuters

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den griechischen Behörden?

Sie funktioniert sehr gut. Die Pläne für die Wasserversorgung etwa wurden von uns eingebracht und von den griechischen Behörden mit Wohlwollen angenommen. Es ist wichtig, dass die Zusammenarbeit und der Informationsaustausch mit den Behörden sehr eng erfolgt. Das funktioniert hier sehr gut und effizient.

Die Humanitäre Hilfe der Schweiz

Die Humanitäre Hilfe der Schweiz , Link öffnet in einem neuen Fensterist eine Abteilung der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) des Bundes. Ihre Aufgabe ist, sich vor, während und nach Konflikten, Krisen und Naturkatastrophen für die Interessen von schutzbedürftigen Menschen einzusetzen.

Die Flüchtlinge und Migrantinnen wollen im Grunde ja nicht in ein neues Lager auf Lesbos, sie wollen aufs Festland oder weiter nach Westeuropa. Wieso engagiert sich die Schweiz trotzdem beim Aufbau des neuen Lagers?

Das Mandat der Humanitären Hilfe der Schweiz besteht darin, den Menschen ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Wenn man in dem neuen Lager nun das Bedürfnis nach einer Wasserversorgung erkennt, stellt sich die Frage, ob man das unterstützt oder nicht. Die Bedürfnisse sind vorhanden – und dafür ist die Humanitäre Hilfe der Schweiz da.

Das Gespräch führte Roger Aebli.

SRF 4 News, Heute Morgen vom 16.9.2020, 06.00 Uhr;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus KREUTER  (SWISSKK)
    Die NZZ schreibt in der heutigen Ausgabe von einem Missmanagement bei der Registrierung und Beurteilung. Ja, wieso ist die EU nicht in der Lage hier regulierend einzugreifen? Auf der einen Seite Schaufensterreden a la von der Leyen und auf der anderen Seite werden solche Dinge seit Jahren verschlampert, ja wo sind wir denn?
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  • Kommentar von Edouard von Witzleben  (von Witzleben Edouard)
    Dann sollen die die Nein Sager ganz einfach alle(!) Milliarden Kosten für die Herbeischaffung und deren gesamten Unterhalt bis zu deren Lebensende übernehmen, dann bin ich auch einverstanden. Einmal hier bleiben diese ja dann auch....
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  • Kommentar von Matthias Jauch  (Matthias Jauch)
    Die Schweiz stellt mit der Ablehnung der Begrenzungs-Initiative klar unter beweis dass Sie noch viel Platz hat und das Boot bei weitem nich voll ist. Ein Bekenntnis zur übernähme von 100000 Flüchtlingen in den nächsten zwei Jahren währe echte, gelebte Solidarität der "die Mitte/CVP, FDP und der Grün/Linken". Wir schaffen das!
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    1. Antwort von Margot Helmers  (Margot Helmers)
      Die Kündigung der PFZ und somit der Bilateralen Verträge hat gar nichts Aufnahme von Migranten in sicheren Drittstaaten zu tun. Ich würde es sehr begrüssen, wenn der Souverän über die Asylfragen an der Urne abstimmen könnte. Dann gäbe es nicht solche Missverständnisse, resp. Fehlinterpretationen.
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    2. Antwort von Martin Meier  (M.Meier)
      @Jauch: 100'000 in zwei Jahren?
      dann gute Nacht sozialer Frieden in der Schweiz.
      Warum müssen es immer solche Extremforderungen sein?
      Wir könnten auch einfach nur 10'000, inkl. Familiennachzug aufnehmen und dann jedoch auch gewisse Forderungen stellen wie schnell die Integration vonstattengehen soll.
      Also ein geben und nehmen. Das wäre humanitär und fair!
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    3. Antwort von Samuel Herrmann  (Samuel Herrmann)
      Herr Jauch, die Personenfreizügigkeit bringt uns im Gegensatz zur illegalen Migration grösstenteils gute Leute ins Land. Vor der PFZ hat die Schweiz viele unqualifizierte Leute in die Schweiz gelassen, die Resultate sehen wir heute noch in der Sozialhilfe und Kriminalitätstatistik. Soviel zu dem Thema.
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