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Politologin Martina Mousson:zur Begrenzungsinitiative
Aus News-Clip vom 15.09.2020.
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Umfrage zu den Abstimmungen Nein zur «Begrenzungsinitiative» – offenes Rennen um Jagdgesetz

Nein zur «Begrenzungsinitiative», Ja zu Kampfjets und Papi-Urlaub. Jagdgesetz und Kinderabzüge sind auf der Kippe. Das zeigt die SRG-Umfrage zu den Abstimmungen vom 27.September 2020.

Am 27. September stimmt die Schweiz über fünf eidgenössische Vorlagen ab. Das sind die Hauptergebnisse der Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag der SRG SSR:

Übersicht gegenwärtige Stimmabsichten(in Prozent)Jaweiss nicht / keine AntwortNeinInitiative gegen PersonenfreizügigkeitKampfjetbeschaffungKinderabzügeVaterschaftsurlaubJagdgesetz3526340456466483546143552Befragungszeitraum: 2. bis 10. September 2020 Fehlerbereich: ± 2.7 Prozentpunkte Quelle: gfs.bern im Auftrag der SRG SSR

Klarer Nein-Trend zur «Begrenzungsinitiative»

63 Prozent lehnen die sogenannte «Begrenzungsinitiative» der SVP ab. Die Meinungen sind gemacht: Drei Viertel der Befragten, die bestimmt an der Abstimmung teilnehmen wollen, haben bereits eine feste Stimmabsicht. Ein Nein an der Urne ist deshalb wahrscheinlich. Ausser bei der SVP tendieren alle Wählergruppen zu einem Nein. Eine Mehrheit der Befragten ist überzeugt, dass die Initiative gegen die Personenfreizügigkeit den bilateralen Weg zerstört.

Ja zu neuen Kampfjets zeichnet sich ab

Eine Mehrheit von 56 Prozent spricht sich für die Erneuerung der Luftwaffenflotte aus, 40 Prozent wollen ein Nein in die Urne legen. Dabei zeigt die SRG-Umfrage einen Röstigraben: In der Romandie sind die Gegner in der Mehrheit. 50 Prozent lehnen neue Kampfjets ab, 45 Prozent sind dafür. In der Deutschschweiz ist die Zustimmung mit 59 Prozent deutlich. Trotz der kritischen Haltung in der Romandie, ist der Vorsprung der Befürworter insgesamt so gross, dass ein Ja an der Urne zu erwarten ist.

Jagdgesetz auf der Kippe

Die Gegner des neuen Jagdgesetzes haben seit der Umfrage im August massiv Boden gut gemacht. Sagten damals noch 36 Prozent Nein, sind es heute 48 Prozent. Die Befürworter haben ihre Mehrheit verloren und nur noch 46 Prozent unterstützen die Vorlage. Wie sich der Trend bis zum Abstimmungssonntag fortsetzt, ist schwierig zu sagen. Deshalb bleibt das Rennen um das revidierte Jagdgesetz offen.

Zweiwöchiger Vaterschaftsurlaub ist unbestritten

Populär bleibt die Einführung eines Vaterschaftsurlaubes. 61 Prozent sprechen sich dafür aus. Bereits in der Befragung im August war die Zustimmung mit 63 Prozent hoch. Das dürfte sich auch bis zur Abstimmung am 27. September nicht ändern. Ablehnung erfährt die Vorlage nur von der Wählerschaft der SVP.

Trendwende beim Steuerabzug für Kinder

52 Prozent der Befragten lehnen zurzeit die Vorlage zu den Abzügen für Kinder bei der Bundessteuer ab. Nur noch 43 Prozent sagen Ja. Seit dem Einsetzen der heissen Phase des Abstimmungskampfes kippte die Meinung. Mitte August wollten noch 51 Prozent zustimmen. Bei dieser Vorlage wird entscheidend sein, wer im noch verbleibenden Abstimmungskampf besser überzeugen kann, die Gegner oder die Befürworter.

Datenerhebung und Stichprobengrösse

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Die Umfrage wurde im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 2. und 10. September 2020 durchgeführt. Insgesamt sind die Antworten von 17'909 Stimmberechtigten für die Auswertung berücksichtigt worden.

Telefonisch befragt wurden 1407 stimmberechtigte Personen mit Wohnsitz in der Schweiz: 701 Personen aus der Deutschschweiz, 405 aus der Romandie und 301 aus der italienischsprachigen Schweiz. Die Interviews wurden per Festnetz und Handy durchgeführt.

Diese Stichprobe ist sprachregional gewichtet und repräsentativ für die Schweizer Stimmberechtigten. Der statistische Fehler beträgt ± 2.7 Prozentpunkte. Bei 1407 Befragten und einem Ergebnis von 50 Prozent liegt der effektive Wert mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen 47.3 und 52.7 Prozent. Dabei sind kleinere Abweichungen wahrscheinlicher, grössere unwahrscheinlicher.

Online-Befragung

Zusätzlich wurden mehrere Tausend Personen online befragt. Nach der Bereinigung und Kontrolle der Daten konnten die Angaben von 16'502 Stimmberechtigten für die Auswertung verwendet werden.

Die Aufteilung der online Befragten auf die Sprachregionen ist wie folgt: 14'065 Personen in der Deutschschweiz, 2864 in der Romandie und 980 in der italienischsprachigen Schweiz. Die Online-Befragung wurde über die Webportale der SRG-Medien realisiert als sogenanntes Opt-in (Mitmachbefragung).

Diese Online-Stichprobenzusammenstellung erfolgte nicht zufällig und die resultierende Stichprobe ist nicht repräsentativ. Es haben beispielsweise weniger Pensionierte als Jüngere an der Online-Umfrage teilgenommen und mehr Männer als Frauen.

Deshalb hat das Institut gfs.bern die Antworten gewichtet: Den Verzerrungen in der Stichprobe wurde mittels statistischer Gewichtungsverfahren entgegengewirkt und so die Repräsentativität optimiert.

Wie wird gefragt?

Die befragten Stimmberechtigten hatten jeweils fünf Antwortmöglichkeiten zur Verfügung: «bestimmt dafür», «eher dafür», «weiss nicht/keine Antwort», «bestimmt dagegen» und «eher dagegen».

Für eine vereinfachte Darstellung im Artikel wurden in den meisten Fällen die Antworten «bestimmt dafür» und «eher dafür» zusammengezählt – entsprechend wurde auch mit den Antworten «bestimmt dagegen» und «eher dagegen» verfahren.

Konkret wurde etwa gefragt: «Ganz unabhängig davon, wie sicher Sie sind, dass Sie an dieser Volksabstimmung teilnehmen werden: Wenn morgen schon über die Vorlage abgestimmt würde, wären Sie dann bestimmt dafür, eher dafür, eher dagegen oder bestimmt dagegen?»

Umfragen sind Momentaufnahmen

Das Forschungsinstitut gfs.bern veröffentlicht zwei Umfragen zur Abstimmung vom 27. September 2020. Die Autoren der Studie betonen, die Ergebnisse seien kein vorweg genommenes Abstimmungsergebnis, sondern eine Momentaufnahme zur Zeit der Befragung. Allerdings sind bei mindestens zwei Befragungen Aussagen über Trends möglich.

Detaillierte Informationen zur Befragungsart und den Interpretationen der Ergebnisse finden Sie auf der Website des Institutes gfs.bern, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Abstimmungsspecial

Abstimmungsspecial

Abstimmungen und Wahlen vom 27. September 2020

SRF 4 News, 16.09.2020, 06 Uhr;

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141 Kommentare

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  • Kommentar von Manuel Ruiz  (manurhein)
    CVP, FDP, SP, SVP und alle anderen Parteien sind eigentlich egal. Bei einer Abstimmung sollte es um die Sache gehen und nicht um die Partei.
    Wir sind freie Bürger also stimmt auch frei ab. Denkt daran, viele auf der Welt beneiden uns um unser System und trotzdem wird es nur mit 40% Stimmbeteiligung genuzt.....
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  • Kommentar von Mihai Löchli  (Siebenbürgen)
    Viele schreiben hier, dass die Argumente der Gegner beim BGI besser sind als die der Befürworter. Die Nachteile der 10-12 Mio Schweiz liegen auf dem Hand und wurden hier mehrfach erläutert. Aber welche sind eigentlich die Vorteile der PFZ und einer überbevölkerten Schweiz?
    Übrigens, auch beim Brexit und auch beim Schweizer BGI JA, werden keine harten Grenzen und riesen Zölle eingeführt, wie der gescheiterte TTIP gezeigt hat, es kann Kapital und Waren Freizügigkeit geben ohne einen PFZ.
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  • Kommentar von Dom Sigriest  (Gohtsno)
    Bereits 2014 hätte jeder pendelschwingende Kartenleger eine korrektere Prognose abgegeben als GFS. 54 Prozent der Befragten finden, die Schweiz solle die bilateralen Verträge mit der EU riskieren, nur 39 Prozent wollen dieses Risiko nicht eingehen (TA,GFS, 2014) . Und wieso genau sollte das 2020 mit Corona Grenz-Revival, blockierten Medizinalgütern, EU-Aussengrenzsicherungsunfähigkeit, Wohneigentumsknappheit, Dichtestress und von den Konzernen zelebriertem Innländernachrang gändert haben?
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