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Lukas Golder: «Die Kritikpunkte der Gegner erreichen keine Mehrheit»
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Umfrage zu den Abstimmungen Stabiles Ja für neue Kampfjets

  • 56 Prozent wollen der Beschaffung von Kampfjets gemäss SRG-Umfrage zustimmen – 40 Prozent sind dagegen.
  • Die Meinungen sind grösstenteils gemacht. Eine Annahme ist wahrscheinlich.
  • Zwischen den politischen Lagern gibt es eine hohe Polarisierung. Nur bei den Anhängern von SP und Grünen gibt es eine Nein-Mehrheit.
KampfjetbeschaffungPersönliche Stimmabsichten (in Prozent)bestimmt dafüreher dafürweiss nicht / keine Antwortbestimmt dagegeneher dagegenBefragungszeitraum: 2. bis 10. September 2020 Fehlerbereich: ± 2.7 Prozentpunkte Quelle: gfs.bern im Auftrag der SRG SSR271341937

Wäre Anfang September über die Beschaffung von Kampfjets abgestimmt worden, so hätte eine solide Mehrheit dafür gestimmt. Zu diesem Ergebnis kommt die zweite Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag der SRG SSR.

Keine grossen Veränderungen zu erwarten

Im Vergleich zur ersten Umfrage im August haben sich die Verhältnisse nur wenig geändert. 64 Prozent der Stimmwilligen haben bereits eine feste Meinung dafür oder dagegen. Auch das Thema Corona und die Verwendung von Steuergeldern sei bei dieser Abstimmung in den Hintergrund gerutscht, sagt Politologe Lukas Golder vom Institut gfs.bern.

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Lukas Golder: «Corona ist bei dieser Abstimmung extrem in den Hintergrund gerückt»
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Zu grossen Verschiebungen ist es demnach nicht gekommen – die Meinungen haben sich im Vergleich zum August eher noch stärker gefestigt, als dass Leute die Lager wechselten. So erwarten die Politologen vom Institut gfs.bern auch keine grossen Veränderungen mehr bis zum Abstimmungssonntag.

Links gegen Mitte-Rechts

Nicht überraschend bei dieser Vorlage zeigt sich eine scharfe Trennlinie zwischen den Anhängerinnen und Anhänger der Linksparteien und der bürgerlichen Regierungsparteien. Links ist mehrheitlich dagegen, Mitte-Rechts mehrheitlich dafür.

Lediglich die Anhängerschaft der Grünliberalen ist polarisiert – das Lager der Nein-Stimmenden bei der GLP nimmt sogar eher zu. Somit zeichnet sich ein knapper sogenannter «Elite-Basis-Konflikt» ab, denn die Delegierten der GLP haben die Ja-Parole beschlossen. Am Ausgang der Abstimmung dürfte dies jedoch nicht viel ändern.

bestimmt dafüreher dafürweiss nicht / keine Antwortbestimmt dagegeneher dagegenBefragungszeitraum: 2. bis 10. September 2020 Fehlerbereich: ± 2.7 Prozentpunkte Quelle: gfs.bern im Auftrag der SRG SSR60162175911616583022317294035310121092255462153911302731525KampfjetbeschaffungStimmabsichten nach Parteibindung (in Prozent)GrüneSPGLPCVPFDPSVPkeine Partei

Mehrheit befürchtet ungeschützten Luftraum

Zwei Drittel der Stimmberechtigten stehen mehr oder weniger deutlich hinter dem Prinzip einer modernen Luftwaffe. Sie stimmen dem Argument zu, dass die Armee eine schlagkräftige Luftverteidigung benötige. 63 Prozent befürchten, dass der Luftraum ohne neue Kampfjets ab 2030 ungeschützt wäre.

«Die Argumente der Gegner haben zwar Boden gewonnen. Aber das genügt nicht, um die Mehrheit zu kippen», sagt Lukas Golder. Diese breit wahrgenommene Notwendigkeit einer Erneuerung der Kampfjet-Flotte ist dabei auch ein signifikanter Unterschied zur Gripen-Abstimmung von 2014.

Datenerhebung und Stichprobengrösse

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Die Umfrage wurde im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 2. und 10. September 2020 durchgeführt. Insgesamt sind die Antworten von 17'909 Stimmberechtigten für die Auswertung berücksichtigt worden.

Telefonisch befragt wurden 1407 stimmberechtigte Personen mit Wohnsitz in der Schweiz: 701 Personen aus der Deutschschweiz, 405 aus der Romandie und 301 aus der italienischsprachigen Schweiz. Die Interviews wurden per Festnetz und Handy durchgeführt.

Diese Stichprobe ist sprachregional gewichtet und repräsentativ für die Schweizer Stimmberechtigten. Der statistische Fehler beträgt ± 2.7 Prozentpunkte. Bei 1407 Befragten und einem Ergebnis von 50 Prozent liegt der effektive Wert mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen 47.3 und 52.7 Prozent. Dabei sind kleinere Abweichungen wahrscheinlicher, grössere unwahrscheinlicher.

Online-Befragung

Zusätzlich wurden mehrere Tausend Personen online befragt. Nach der Bereinigung und Kontrolle der Daten konnten die Angaben von 16'502 Stimmberechtigten für die Auswertung verwendet werden.

Die Aufteilung der online Befragten auf die Sprachregionen ist wie folgt: 14'065 Personen in der Deutschschweiz, 2864 in der Romandie und 980 in der italienischsprachigen Schweiz. Die Online-Befragung wurde über die Webportale der SRG-Medien realisiert als sogenanntes Opt-in (Mitmachbefragung).

Diese Online-Stichprobenzusammenstellung erfolgte nicht zufällig und die resultierende Stichprobe ist nicht repräsentativ. Es haben beispielsweise weniger Pensionierte als Jüngere an der Online-Umfrage teilgenommen und mehr Männer als Frauen.

Deshalb hat das Institut gfs.bern die Antworten gewichtet: Den Verzerrungen in der Stichprobe wurde mittels statistischer Gewichtungsverfahren entgegengewirkt und so die Repräsentativität optimiert.

Wie wird gefragt?

Die befragten Stimmberechtigten hatten jeweils fünf Antwortmöglichkeiten zur Verfügung: «bestimmt dafür», «eher dafür», «weiss nicht/keine Antwort», «bestimmt dagegen» und «eher dagegen».

Für eine vereinfachte Darstellung im Artikel wurden in den meisten Fällen die Antworten «bestimmt dafür» und «eher dafür» zusammengezählt – entsprechend wurde auch mit den Antworten «bestimmt dagegen» und «eher dagegen» verfahren.

Konkret wurde etwa gefragt: «Ganz unabhängig davon, wie sicher Sie sind, dass Sie an dieser Volksabstimmung teilnehmen werden: Wenn morgen schon über die Vorlage abgestimmt würde, wären Sie dann bestimmt dafür, eher dafür, eher dagegen oder bestimmt dagegen?»

Umfragen sind Momentaufnahmen

Das Forschungsinstitut gfs.bern veröffentlicht zwei Umfragen zur Abstimmung vom 27. September 2020. Die Autoren der Studie betonen, die Ergebnisse seien kein vorweg genommenes Abstimmungsergebnis, sondern eine Momentaufnahme zur Zeit der Befragung. Allerdings sind bei mindestens zwei Befragungen Aussagen über Trends möglich.

Detaillierte Informationen zur Befragungsart und den Interpretationen der Ergebnisse finden Sie auf der Website des Institutes gfs.bern, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Abstimmungsspecial

Abstimmungsspecial

Abstimmungen und Wahlen vom 27. September 2020

SRF 4 News, 16.09.2020, 06 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Michi Leemann  (mille)
    Ich sehe kaum ein Szenario in dem die Flügerlis notwendig wären. Gerade erst recht mit Blick auf die insgesamt 24 Milliarden (!) (3000.-- p.P. an Steuern!). Sogar die Armee selbst gibt zu, dass andere Gefahren tatsächlich wahrscheinlicher sind.

    Aber ja, es gehört im basisdemokratischen Rechtsstaat dazu die Meinung der Mehrheit zu akzeptieren und das werde ich natürlich.
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @Michi Leemann: 1. Ich bin froh, dass unsere Regierung sich nicht auf Szenarien von einzelnen Bürgern abstützt, sondern von Experten. Auch ich wäre überfordert, ein Szenario über die Gefährlichkeit von Hängen zum Wohnen, als Folge des Klimawandels zu erstellen. 2. Ich habe eine Feuerversicherung für's Haus, obwohl ich den Brand für ziemlich unrealistisch halte. Die wenigsten Häuser brennen nieder. 3. Die 24 Mrd., falls sie denn stimmen, sind für 40 Jahre: Macht 0.6 Mrd./Jahr. Das ist sehr wenig!
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    2. Antwort von Michi Leemann  (mille)
      Ja dann bin ich froh dass Sie auch bei anderen Themen wie Corona oder Klimawandel auf die riesige Mehrheit der Experten hören werden.

      Und ja, ausschliessen kann man nie etwas. Gemäss Experten sind jedoch Cyberangriffe sowie Drohnenangriffe viel wahrscheinlicher und auch hier nützt das Flügerli nichts. Aber wie gesagt, das Volk bestimmt und das ist für mich nicht schwer zu akzeptieren.

      Freundliche Grüsse!
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    3. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Michi Leemann: Ja, ich höre auch beim Klimawandel auf die Experten. Auch dort wird von Gegnern gern "wishful thinking" betrieben. Was nicht sein soll und was meinen persönlichen Wissenshorizont sprengt, das glaube ich nicht. Zum Glück sind wir nicht mehr im Mittelalter, wo die Katastrophen unverhofft auf uns zukommen. Wir können uns sowohl mit einer Armee, als auch mit einer Klimastrategie vorbereiten, um die Schäden zumindest zu minimieren.
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    4. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      @M.Leemann
      Die unlogische, linke Argumentation bezüglich der Grösse der Eintrittswahrscheinlichkeit wird dann sichtbar, wenn man sich bewusst wird, dass die gleichen politischen Kräfte die Abschaltung der AKW befürworten, obwohl die Eintretenswahrscheinlichkeit für einen Gau nachgewiesen kleiner ist, als für einen machtpolitischen Konflikt. Lustig, dass das gleiche Argument einmal so und einmal anders rum, von den gleichen politischen Kräften verwendet wird - ganz nach Beliebigkeit!
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    5. Antwort von Michi Leemann  (mille)
      @Ueli, ja natürlich bin ich gegen AKW'! Ein paar Fliegerlis für unsere Nostalgiker... Kein Problem. Ist ja nur Geld. Aber eine atomare Katastrophe? Nein danke. Kleine Erinnerung... Tschernobyl, Fukushima etc. Schauen Sie sich doch mal den unterhaltsamen Film Pandorra an. Egal wie Sie zu Atomkraft stehen, der Film ist spannend...
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  • Kommentar von Urs Heim  (Ursus)
    Das die Schweiz eine Armee hat ist ist unumstritten, das es eine braucht jedoch sehr. Das ein moderne Armee ohne Luftwaffe funktioniert ist unmöglich. Das die GsoA seit Jahrzehnten unermüdlich am Ast unserer Landesverteidigung sägt ist in Hinsicht der Meinungsfreiheit legitim und darf in unserer direkten Demokratie sein, doch die Mehrheit der Stimmberechtigten sieht dies erfreulicherweise anders.
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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    NEIN zu neuen Kampfjets: Warum?

    1. NATO-Einbezug will ich nicht. 2. Was waren die konkreten Reaktionen der kontrollierten Flugzeuge nach den Hot Missions der CH-Luftwaffe? Welche Waffen hat denn die CH-Luftwaffe an Bord? In welchen Fällen werden diese konkret eingesetzt? Wer erteilt wann welche Befehle? Dazu gibt es keine konkreten Antworten. 3. Passagierflugzeuge, die kurzfristig auf neue Ziele umgelenkt werden, können durch Kampfjets nicht abgefangen werden. Dazu reicht die Zeit nicht.
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    1. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      Zu allen diesen Fragen existieren klare, konkrete und umfassende Antworten, die beispielsweise aus den Protokollen des Parlaments ersichtlich sind. Mit der Fragestellung der Kompetenz zum Abschuss haben sich Parlamentskommissionen übrigens vor über 15 Jahren vertieft befasst, inkl der rechtlichen Abklärungen durch externe Experten. Ihre Argumentation basiert daher offensichtlich auf Nichtwissen! Das Umlenken von Passagierflugzeugen braucht mehr Zeit und ist daher weit vor der Grenze entdeckbar!
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    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Alex Schneider: Es ist für mich nach wie vor unverständlich, wie man hier dagegen sein kann. Die Gegner nehmen für uns alle das Risiko in Kauf, dass im schlimmsten Fall unsere Armee die eigene Bevölkerung nicht schützen kann, da wir als einziges Land über keine Luftwaffe mehr verfügen. So eine High Risk-Strategie zu fahren, ist einfach verantwortungslos gegenüber unseren 8.5 Millionen Einwohnern.
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    3. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Der Einbezug der NATO wollen Sie nicht. Aber im Notfall wollen Sie sich dann auf die NATO verlassen?
      Und schon fast peinlich ist, dass Laien mitreden wollen, was für unsere Landesverteidigung wichtig ist.
      Und gehen Argumente aus, will man jetzt noch wissen, welche Waffen an Bord eines Jet sind, für welche Fälle sie eingesetzt werden usw.
      Direkte Demokratie ist ja eine ganz tolle Errungenschaft, aber betr. Landesverteidigung mitreden zu wollen, geht dann schon zu weit.
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