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Wissenschaftsredaktorin Anita Vonmont über versteckte Emissionen bei Elektroautos
Aus Wissenschaftsmagazin vom 27.03.2020.
abspielen. Laufzeit 03:42 Minuten.
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Versteckte Emissionen Elektroautos verursachen CO2 – und sind trotzdem klimafreundlich

Je nach Kraftwerk verursacht der Strom, den Elektroautos nutzen, CO2. Eine Studie zeigt, wieviel.

Klar: Schon auf den ersten Blick sind Elektroautos klimafreundlicher als Benziner und Dieselfahrzeuge. Ihr «Sprit» ist ja Strom.

Doch je nach Kraftwerk, das den Strom erzeugt, entstehen durchaus CO2-Emissionen. Auch bei der Herstellung und Entsorgung der Wagen und ihrer Batterien gelangt CO2 in die Luft.

Im Schnitt sauberer

Wie hoch diese versteckten Emissionen sind, hat ein internationales Forschungsteam in einer Studie im Magazin «Nature Sustainability», Link öffnet in einem neuen Fenster erstmals für die transportintensivsten Länder berechnet.

Hauptautor Florian Knobloch von der niederländischen Universität Nijmegen: «In den allermeisten Ländern verursachen Elektroautos schon heute unter dem Strich weniger CO2-Emissionen als Diesel- und Benzinautos.»

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Aus dem Archiv: Darum boomen Elektroautos
Aus SRF News vom 19.06.2019.
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Grosses Kraftwerk, kleiner Verbrennungsmotor

Es gibt aber wenige Länder, wie zum Beispiel Polen, die ihren Strom grossmehrheitlich mit Kohlekraft gewinnen. Dort fahren Benziner und Dieselautos gemäss der neuen Analyse emissionsärmer als solche mit Stromantrieb. Denn Kohle ist eine riesige CO2-Schleuder.

Schon bei der Stromerzeugung mit Gas sei das anders, sagt Umweltwissenschaftler Florian Knobloch: «Selbst wenn ein Land seinen Strom ausschliesslich mit Gaskraftwerken gewinnen würde, wären Elektroautos dort klimafreundlicher unterwegs als konventionelle Autos.»

Der Grund: Ein grosses Gaskraftwerk arbeitet viel effizienter als ein kleiner Verbrennungsmotor im Auto. Daher verursacht es vergleichsweise weniger CO2.

Klimafreundliche Schweizer E-Autos

Am besten schneiden Elektroautos in Ländern ab, die wie Schweden einen hohen Anteil erneuerbarer Energien im Strommix haben. Oder in Ländern, die wie die Schweiz viel Wasserkraft nutzen. Hier beziffern die Forscher das CO2-Einsparpotential von Elektroautos auf 70 Prozent im Vergleich zu konventionellen Neuwagen.

Das gilt bereits heute. Bis im Jahr 2050 dürften die möglichen CO2-Einsparungen durch E-Autos in der Schweiz auf rund 90 Prozent steigen. Grund dafür ist, dass die Klimaziele künftig strenger werden und die Technologien effizienter.

Herumstehende Elektroautos nützen nichts

«Die neue Studie ist eine Bestätigung, dass Elektroautos hierzulande einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen des Verkehrs leisten», sagt Christoph Schreyer vom Bundesamt für Energie. Eine Studie des Paul-Scherrer-Instituts, Link öffnet in einem neuen Fenster sei kürzlich zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Kurt Egli vom Verkehrsclub der Schweiz warnt jedoch: «Elektroautos sind in der Schweiz noch zu oft als Zweitwagen im Einsatz. So haben sie eine viel zu kleine Laufleistung um das CO2-Defizit, das bei ihrer Herstellung entsteht, je herauszufahren. Sie sind daher noch nicht wirklich eine klimafreundliche Alternative.»

Das könnte sich ändern: Letztes Jahr war das Modell 3 von Tesla das schweizweit am viertbesten verkaufte Auto überhaupt. Dieses Auto ist zu teuer, um es als Zweitwagen herumstehen zu lassen.

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Wissenschaftsmagazin, 28.3.2020, 12:40 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Die zunehmende Elektromobilität wird unserer Luft auf jeden Fall gut tun, natürlich nur wenn die fossil befeuerte Mobilität entsprechend abnimmt. Was auch noch wichtig ist, wenn man in die Zukunft denkt: Die Verwendung von Elektromobilität wird sich als Treiber von PV als Energiequelle mausern. So brauchen wir in der CH überhaupt keine Gaskraftwerke zu bauen!
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  • Kommentar von Peter Heckendorn  (Heck)
    Immer wieder dasselbe! Das Argument, die Batterien für E-Autos und der Strom für deren Betrieb werden mit "sauberem" Strom erzeugt, ist ein riesiger Trugschluss. Der Strommix ist massgebend. Der saubere Strom könnte nämlich anstatt für Autos für den Strom, den die Haushalte benötigen, verwendet werden. Dazu kommt der Lithiumabbau, wo in Südamerika massivst Wasser verbraucht wird, das dann den Grundwasserspiegel senkt und zu künstlicher Bewässerung führt. E-Mobilität mit Batterien ist Unsinn.
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  • Kommentar von Hans Meier  (CO2-HAHA)
    Die übliche Grüne Propaganda!!
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Wenn man will kann man jede Information als Propaganda bezeichnen. Aber es zeugt nicht gerade von Fairness dass jetzt diese aktuellen Ergebnisse schlechtgemacht werden nachdem man die Schwedische Meta - Studie die bereits veraltet war als sie vor über 10 Jahren veröffentlicht wurde jetzt so lange als Argument gegen Elektroautos zitiert hat.
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