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«Home Stories»: Wohngeschichte im Vitra Design Museum
Aus Kulturplatz vom 12.02.2020.
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In diesen Zeiten Stilvolle Tagträume in den Villen dieser Welt

Weiterdenken, weiterschauen: Der Instagram-Account von Architectural Digest bringt etwas globale Grandezza ins Home Office.

Sartre lag falsch. Die Hölle, das lehrt uns die aktuelle Situation, sind nicht die anderen. Die Hölle, das ist in Zeiten des verordneten Home Office das eigene Heim.

So spähe ich, wenn ich der eigenen vier Wände überdrüssig bin, in fremde Häuser. Nicht nur in jene der Arbeitskollegen während der zahlreichen Skype-Calls, nein. Es sind die Anwesen, Villen und Lofts, die Architectural Digest, Link öffnet in einem neuen Fenster täglich in meinen Instagram-Feed spült.

Denn was die «Vogue» für Mode, ist «Arch Digest» für Häuser: Seit 1920 hat sich das Magazin «dem Besten aus Stil, Design, Kunst & Architektur» verschrieben. Es zeigt die stilvollsten Anwesen dieser Welt – einem Ritterschlag kommt gleich, wenn «Arch Digest» anklopft.

Mit @archdigest, Link öffnet in einem neuen Fenster öffnet sich ein Fenster in eine Parallelwelt: So klicke ich mich nach dem Mittagessen mitten auf eine Dachterrasse in Tangier. Blicke zum Kaffee in die gurkengrüne Küche des Hollywood-Sternchens Dakota Johnson. Bewundere die sorgfältige Restaurierung eines sizilianischen Klosters aus dem 17. Jahrhundert. Und schreite kurz nach Büroschluss mit Burlesque-Star Dita von Teese durch ihre plüschig-punkige Wunderkammer.

Purer Eskapismus, klar. Vieles bei @archdigest, Link öffnet in einem neuen Fenster mag dekadent sein – nur banal ist es nie. Da hängt nirgends x-fach kopiertes Makramee wie drüben bei @solebich, Link öffnet in einem neuen Fenster, da wartet keine inszenierte Normalität wie beim über-hippen @apartomentomagazine, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Stattdessen findet sich viel Leidenschaft für Kreativität – und ab und an ein widerlegtes Klischee: Action-Star Jason Statham etwa entpuppt sich als Spezialist für Mid-Century-Architektur. US-Rapper Kanye West wiederum mag es neuerdings ultra-puristisch und steht, no kidding, auf die modernistische Möbeldesignerin Charlotte Perriand.

Hat man sich an der permanenten Perfektion einmal sattgesehen, empfiehlt sich das Insta-Gegenmittel @gaerten_des_grauens, Link öffnet in einem neuen Fenster. Von granitgrauen Steinrabatten über Kunstblumen-Arrangements und knallroten Froschkönigskulpturen ist hier alles vereint, was das menschliche Versagen in Sachen Gartenarchitektur hergibt.

Spätestens dann ist man mit dem eigenen Heim wieder ganz versöhnt.

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