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Neu im Kino «Smallfoot»: Ein tollpatschiger Yeti zum Schmunzeln und Gähnen

Im neuen Trickfilm «Smallfoot» halten sich Menschen und Yetis gegenseitig für Monster. Deren bange Annäherung lässt uns leider kalt.

Legende: Video Kinostart diese Woche: «Smallfoot» abspielen. Laufzeit 01:44 Minuten.
Aus Keine 3 Minuten – Die Filmkritik für Eilige vom 12.10.2018.

Den sagenhaften Bigfoot kennen wir alle. Doch was ist ein Smallfoot? So nennen die Yetis uns kleinfüssige Menschen.

Auf dieser Ausgangslage fusst der Humor des Films: Für die meisten Yetis gehört der Smallfoot ins Reich der Fabelwesen. Nur ein kleiner Kreis von Verschwörungstheoretikern glaubt felsenfest, dass es ihn gibt.

Zu ihnen gehört seit Kurzem auch der Yeti Migo, der leicht linkische Held des Films. Weil er sich öffentlich zu diesem «Irrglauben» bekennt, wird er aus der Yeti-Gemeinschaft verstossen. Darum setzt er in der Folge alles daran, die Existenz von Smallfoots zu beweisen.

Das hasenfüssigste Zitat

Ein Yeti inspiziert einen menschlichen Fuss.
Legende: Kleine Füsse sorgen in diesem Film für Angst und Schrecken. Warner Bros.

Der ängstliche Migo kommt bei der Beschreibung des Smallfoot in Fahrt: «Mythisches Monster, das direkt unseren schlimmsten Albträumen entstiegen ist – mit wilden Augen und einem widerlichen Gesicht! Und Füssen, die unnatürlich klein sind!»

Die Besetzung

LeBron James posiert mit Yara Shahidi anlässlich der Filmpremiere.
Legende: Stimmen der Originalversion: NBA-Star LeBron James und Schauspielerin Yara Shahidi. Reuters

Channing Tatum, James Corden und Danny DeVito. Wer sich den Animationsfilm in der Originalfassung reinzieht, kriegt mehr von Hollywood geboten. Zum Star-Ensemble gehört ferner auch LeBron James, der wohl beste Basketballer der Gegenwart.

Der neu für die Los Angeles Lakers spielende Jahrhundertsportler leiht Nebenfigur Gwangi seine Stimme. Der leichtgläubige Yeti ist ein Verschwörungstheoretiker alter Schule.

Im echten Leben setzt sich LeBron James dagegen stark für Bildung ein. Von den Verschwörungstheorien seines ehemaligen Teamkollegen Kyrie Irving hält er nichts. Der hatte letztes Jahr in vollem Ernst behauptet, die Erde sei flach, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Fakten, die man wissen sollte

Yetis lauschen am Lagerfeuer gespannt einer Geschichte.
Legende: Kinder, ihr müsst jetzt ganz stark sein: «Smallfoot» ist ein Musical! Warner Bros.

Anders als ursprünglich geplant, wird in «Smallfoot» viel gesungen. Die Produktion hatte bereits begonnen, als Warners Studiobosse entschieden, den Film mit Songs anzureichern.

Laut Pressemappe kam ihnen die Idee allerdings nicht nach der Sichtung eines Disney-Trickfilms. Als Inspiration habe vielmehr das Broadway-Stück «Something Rotten» gedient: Ein Musical, das «Smallfoot»-Regisseur Karey Kirkpatrick einst mit seinem Bruder geschrieben hatte.

Filmemacher Karey Kirkpatrick erhielt so sechs Monate nach Arbeitsbeginn eine wichtige Zusatzaufgabe: Fünf Songs komponieren. Richtig gut geworden ist nur einer: «Percy’s Pressure», die von James Corden gesungene Adaption des Mercury-Bowie-Hits «Under Pressure». Auf LeBron James’ Rap-Künste, Link öffnet in einem neuen Fenster wurde leider gänzlich verzichtet.

Das Urteil

Yeti Migo trägt den Journalisten Percy in seinen Händen.
Legende: Kommen sich erwartungsgemäss näher: Yetis und Menschen. Warner Bros.

Animierte Komik mit einem Schuss Religionskritik: Auf dem Reissbrett wirkt Karey Kirkpatricks Story originell. Umso mehr enttäuscht, was schlussendlich auf der Leinwand zu sehen ist. Da Kirkpatrick mit dem grossen Potenzial seiner Grundidee wenig anzufangen weiss, bleibt «Smallfoot» Dutzendware.

Die besten Gags des Films drehen sich um eine Rolle Klopapier. Die Smallfoot-Gläubigen verehren dieses profane Fundstück wie eine Reliquie. Dank dieser «Rolle der unsichtbaren Weisheit» ist «Smallfoot» kein Griff ins Klo.

Trotzdem lässt einen die Entwicklung der Figuren herzlich kalt. Ein Schmunzeln hier, ein Gähnen dort und so weiter und so fort... Das Zeug zum Hit hat dieses durch und durch durchschnittliche Trickfilm-Musical nicht. Am besten passt das Etikett: ganz nett.

Kinostart: 11.10.2018

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