Israel und die Ultraorthodoxen

  • Mittwoch, 31. Mai 2017, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 31. Mai 2017, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 1. Juni 2017, 5:10 Uhr, SRF 1
    • Dienstag, 6. Juni 2017, 10:32 Uhr, SRF 1
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Sie schotten sich von der israelischen Gesellschaft ab, lehnen den Staat ab und gleichzeitig gewinnen sie immer mehr an Einfluss: Die ultraorthodoxen Juden sorgen in Israel für heftige Diskussionen, denn sie möchten, dass sich die Gesellschaft ihnen anpasst.

Ein Film von Bethsabée Zarka

Dies setzen sie zuweilen mit unzimperlichen Methoden um. Die französischen Journalistin Bethsabée Zarka wollte wissen, weshalb für die ultraorthodoxen Juden die Gesetze der Religion mehr zählen als jene der Demokratie, in der sie leben.

In den Strassen von Jerusalem erkennt man sie an ihren langen Gewändern und den grossen schwarzen Hüten. Die Männer arbeiten nicht sondern studieren die Thora. Es sind ihre Frauen, die für ein Einkommen sorgen – und der Staat. Die ultraorthodoxen Juden befolgen die Gesetze der Thora auf den Buchstaben genau. Es ist eine radikale, sehr verschlossene Gemeinschaft, jedoch mit wachsendem Einfluss auf die israelische Gesellschaft.

Von den 8 Millionen Einwohnern Israels ist eine Million ultraorthodox, Tendenz steigend. Um Jerusalem herum werden ganze neue Quartiere gebaut – nur für Ultraorthodoxe. Sie gewinnen auch in der Regierung immer mehr an Gewicht, übernehmen wichtige Positionen, denn sie sind die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe in Israel.

Die Dokumentarfilmerin zeichnet ein besorgniserregendes Bild dieser Parallelwelt, die mit den demokratischen Werten im Staat Israel manchmal schwer in Einklang zu bringen sind .

Es gibt auch Ultraorthodoxe– vor allem junge – die sich abwenden. Sie halten ein Leben mit solch strikten Regeln nicht mehr aus. Aviva zum Beispiel hat sich von ihrem streng religiösen Mann getrennt – mit dem Resultat, dass sie ihre sechs Kinder seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hat. Oder der junge Jehuda, der sich nur mit Unterstützung in seinem neuen, weltlichen Leben zurecht findet. Einfache Dinge wie zum Beispiel das Thema Kleidung sind für ihn eine Herausforderung.

Der Einfluss der Ultraorthodoxen nimmt weiter zu. Früher, so sagt ein Ladenbesitzer im Film, habe zwischen Säkularen und Ultraorthodoxen ein ungeschriebenes Gesetz gegolten: „Wir lassen sie in Ruhe, sie lassen uns in Ruhe“. Heute jedoch wollen die Ultraorthodoxen dem Rest der israelischen Bevölkerung ihre Weltanschauung überstülpen. Konflikte sind vorprogrammiert.

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