Partymeile oder Ruhezone: Gehört der Lärm zum Leben in der Stadt?

Der Sommer zieht die Menschen ins Freie. In den Städten führt das zu Konflikten: Partygänger und Lärmgeplagte. Letztere wehren sich mit Einsprachen und erkämpfen sich damit ihre Ruhe. Im «Forum» fragten wir: Wie lässt sich dieser Konflikt lösen?

Hier geht es direkt zur Online-Diskussion: Gehört der Lärm zum urbanen Leben dazu?

24-Stunden-Spassgesellschaft

Grillieren am Flussufer, Polterabend in der Altstadt, Latin-Festival auf dem Marktplatz: In den Städten läuft in den Sommermonaten einiges. Sie würden zur Partymeile der Bevölkerung aus der Agglomeration, monieren Kritiker. Und die 24-Stunden-Spassgesellschaft verunmögliche ein Wohnen in der Innenstadt.

Tatsächlich läuft heute viel mehr in den Städten als früher. So hat sich zum Beispiel in Zürich die Anzahl Clubs seit 1990 mehr als versiebenfacht.

Mehr Vielfalt

Dies sei genau das, was Urbanität ausmache, sagen die anderen: eine Vielfalt an Kultur und Gastronomie. In einer Stadt müsse es auch Orte geben, an denen die Menschen laut sein dürfen, ohne dass dies zu Konflikten führt.

Es wird als störend empfunden, dass einzelne Anwohner mit Einsprachen innovative Kultur- oder Gastroprojekte verhindern können. In St. Gallen kündigte letzte Woche ein Open Air an, dass es seinen Betrieb in eine Halle verlegen muss, weil sich die Anwohner durch den Lärm gestört fühlen.

Diskussion im «Forum»

Wie lösen wir das Dilemma, dass viele die Innenstadt als Spassmeile verstehen, andere aber dort wohnen wollen? Was kann eine Stadt unternehmen, um Nutzungskonflikte aufzulösen? Gehört Lärm zum urbanen Leben dazu und soll wegziehen, wer diesen nicht toleriert? In der Sendung «Forum» diskutierten Gäste mit Hörerinnen und Hörern.

Gäste in der Sendung

  • Tino Krattiger, Veranstalter, Architekt: «Unsere Städte werden langsam zu langweiligen Sanatorien!»
  • Tom Steiner, Geschäftsführer ZORA (Zentrum Öffentlicher Raum), Dozent an der Hochschule Luzern: «Es braucht ein stetes Aushandeln von Kompromissen. Runde Tische sind gefragt!»
  • Rolf Vieli, von 2001 bis 2011 Chef von Langstrasse Plus, galt als «Mister Langstrasse»: «Die Bedürfnisse der Wohnbevölkerung müssen stärker gewichtet werden.»

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