Art Basel / Liste Diese 6 jungen Schweizer Künstler muss man sich merken

Noch sind sie unbekannt, aber das könnte sich bald ändern: Erfolgreiche Künstlerkarrieren beginnen immer wieder an der Basler Parallelmesse zur Art – der Liste. Sechs Entdeckungen.

Andriu Deplazes

Deplazes ist 24 Jahre jung, kommt aus Zürich und lebt in Brüssel. In Deplazes' traumhaften Malereien sind vor allem nackte Körper und Landschaften zu sehen. Über sein Rosa, sein Blau und Neongrün sagt Deplazes, er wolle damit die starken Farben digitaler Bilder in Malerei umsetzen.

Der junge Maler hat mit dem Helvetia Art Prize einen beachtlichen Preis gewonnen. Damit ist sich Deplazes der Aufmerksamkeit an der Liste gewiss.

Sonia Kacem

Die geometrischen Skulpturen der 32-jährigen Genferin Sonia Kacem haben in den engen Räumen der Liste kaum Platz.

Trotzdem – oder gerade deswegen – begeisterten sie die Besucherinnen und Besucher: Kacems Objekte aus Metall sind schlicht und streng, die Farben zart und weich.

Timothée Calame

Der 26-jährige Genfer Timothée Calame wohnt und arbeitet in Marseille und stammt aus der Hausbesetzer-Szene. Vielleicht ist es deshalb, dass er sich oft mit verschiedenen Formen von Architektur auseinandersetzt. Zu seinem Werk gehören auch Skulpturen, Zeichnungen und Performances.

Calame kann bereits auf einige erfolgreiche Ausstellungen zurückblicken – unter anderem im New Yorker Swiss Institute oder bei Eva Presenhuber.

Objekt aus Brettern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Professeur Septentrion (jouet psycho-activo-pédo-éducatif), 2016. Courtesy of Weiss Falk and the Artist

Alan Schmalz

Alan Schmalz arbeitet immer wieder mit Timothée Calame zusammen. Auch er stammt aus Genf und schafft Skulpturen aus verschiedenen Materialien, unter anderem aus Holz und Beton, aber auch aus Blütenblätter und Bärendreck.

An der «Liste» war der 30-Jährige mit der 2.2 Meter hohen Skulptur «Attitudes instinctives calculateurs comportements» vertreten: Eine Strichmännchen-artige Figur mit riesigen Betonfüssen.

Objekt aus Holz. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Attitudes instinctives calculateurs comportements: la realisation des natures, 2016. ZVG

Franziska Lantz

Knochen, Metall, Camouflage-Kleidung und Schwemmholz aus der Themse hängen von der Decke: Die Installation «Expanding Arid Zones» der 42-jährigen Franziska Lantz erinnert an ökologische Desaster und Klimakatastrophen (zur 360-Grad-Sicht auf «Expanding Arid Zones»).

Brachial ist auch der Sound, den Lantz für ihre Kunstwerke, aber auch für eine Londoner Radioshow produziert.

Anina Troesch

Auch hier hängen Werke von der Decke: Die 30-jährige Emmentalerin schafft Objekte aus Stoff, die an die US-amerikanischen Flagge erinnern.

Bei Troesch wirken die «Stars and Stripes» aber nicht stramm-patriotisch. Sie ergeben sich schlaff und comicartig der Erdanziehungskraft. Vielleicht geht Troesch damit bald als Stern im Olymp der Kunst auf.

Stoffobjekt hängt von der Decke Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Anina Troesch, Flag, 2016. ZVG

Mehr junge Schweizer und internationale Kunst gibt es noch bis zum 18. Juni 2017 an der Basler Liste zu sehen.

Sendung: Radio SRF 1, RegionalJournal Basel Baselland, 13.6.2017, 17:30 Uhr

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    14.06.2017 22:25

    In diesem Sommer jagen sich die Kunsthighlights. Doch was macht gute Kunst aus? «Kulturplatz» beleuchtet den Zeitgeist an der renommierten Documenta, zeigt an der Art Basel, wie der schillernde Markt der Millionen funktioniert, und fragt an der Liste Basel, was es zum Erfolg braucht.

  • Radio SRF 2 Kultur 13.06.2017 06:20

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    Art Basel

    13.06.2017 06:20

    Jedes Jahr im Juni strömen sie nach Basel, die Sammler und Kunstliebhaber, die Extravaganten und zuweilen auch bunten Vögel. Wenn die globale Kunstszene sich zum Stelldichein trifft, wandelt die Stadt ihr Gesicht. Warum die Art Basel seit über 45 Jahren eine Erfolgsgeschichte ist.